Kolumba
Kolumbastraße 4
D-50667 Köln
tel +49 (0)221 9331930
fax +49 (0)221 93319333

     
Jannis Kounellis (1936 – 2017)
»Ich lebe in einem Land, dessen sprachliche und logische Wurzeln im Humanismus gründen und als Bürger dieses Landes stehe ich zu dieser Tradition.« In diesem kurzen Zitat von Jannis Kounellis, der am 16. Februar in seiner Wahlheimat Rom verstarb, vermittelt sich der Ausgangspunkt für die überragende Bedeutung, die er für die Kunst der Gegenwart im allgemeinen und im engeren Sinne für Kolumba hat. Kounellis war ein politischer Künstler in der Weise, dass er nicht nachließ, in seinen Werken die Existenz des Menschen in ihrer Abhängigkeit von Heimat, Wohnung, Nahrung und Arbeit ebenso zu befragen, wie ihren poetischen und intellektuellen, spirituellen und religiösen Bedürfnissen Ausdruck zu geben. In assoziativen Räumen, die er mit einfachen Materialien und gebrauchten Gegenständen eröffnet, kreist sein Werk um den Wert der Freiheit des Individuums, seine Stellung in der Gesellschaft und seine Verantwortung gegenüber der Geschichte. Erinnertes Leben, Schmerzerfahrung und vorausgeahnter Tod bilden darin Konstanten, die für das Konzept von Kolumba grundlegend wurden. Mit Jannis Kounellis verband uns seit Anfang der 1990er Jahre eine in wenigen aber intensiven Begegnungen gewachsene Freundschaft. Er gehörte zu den Ersten, die dem »Museum der Nachdenklichkeit« ihr Vertrauen schenkten. Denn schon 1994 trennte er sich für Kolumba von der 1975 erstmals realisierten »Tragedia Civile«, einer Rauminstallation, die 1982 auf der documenta internationale Aufmerksamkeit erlangt hatte. In ihr fand Kounellis zu einem ebenso stillen wie berührenden Bild der Verlusterfahrung. Der goldene Abglanz der christlich-abendländischen Tradition verbindet sich darin mit den abgenutzten Hinterlassenschaften eines bürgerlichen Lebens. Nun ist er selbst von uns gegangen. Mit der »Tragedia Civile«, seinem Hauptwerk, bleibt Jannis Kounellis in Kolumba präsent.

Walter Gauer (1933 – 2016)
Als freier Journalist hat Walter Gauer das Werden von Kolumba seit den Anfängen der Neunziger Jahre publizistisch begleitet. Mit großer Neugierde und hoher Sachkenntnis hat er den Einzug der Moderne und das neue Museumskonzept verfolgt und bereits zu einem frühen Zeitpunkt in zahlreichen Printmedien ausführlich darüber berichtet. Am 12. Oktober ist er in Köln im Alter von 83 Jahren verstorben.

Martin Seidler (1960 – 2015)
Viel zu früh verstarb nach schwerer Krankheit am 17. Mai Dr. Martin Seidler. Seit 2001 war er als Kunsthistoriker im Erzbistum Köln zuständig für die Inventarisation, Konservierung, Restaurierung und Präsentation der Kirchenschätze. In dieser Funktion hatte er auch den Vorsitz der sogenannten Schreinskommission. Er war überdies einer der wenigen Glockensachverständigen und auf diesem Gebiet überregional geschätzt. Trotz gelegentlich unvermeidbarer Interessenskonflikte verband uns eine enge Zusammenarbeit, die u.a. die mehrjährige Präsentation des Anno-Schreins in Kolumba ermöglichte.

Ludwig Gierse (1913 – 2015)
In seiner langen Zeit als Pensionär war der passionierte Historiker Ludwig Gierse seit Anfang der 1980er Jahre dem Diözesanmuseum sehr verbunden. Mit kritischem Wohlwollen begleitete er die Veränderung des Museumskonzeptes und schenkte Kolumba seine umfangreiche Sammlung von Andachtsbildchen. Der ehemalige Sozialarbeiter war ein ausgewiesener Kenner der christlichen Kunst des 19. Jahrhunderts. Seine Geschichte des Vereins für Christliche Kunst legte das Fundament zu der zum 150jährigen Jubiläum veröffentlichten Museumschronik. Gierse war überdies Herausgeber der Tagebücher des Museumsgründers Friedrich Baudri. Nach einem erfüllten Leben ist er am 4. Mai verstorben.

Dina Baumgarten (1926 – 2014)
»Kunst ist die Ausdauer der Hinterbliebenen«, dieser Satz des Kölner Progressiven Heinrich Hoerle war selten so zutreffend wie im Falle von Dina Baumgarten. Nach dem Tod ihres Mannes Claudio (1919–1991) hielt sie den bis dahin geretteten Nachlass ihres Schwiegervaters, des Malers und Dichters Georg Baumgarten zusammen und initiierte durch die Kontaktaufnahme zu Galerien und Museen ein erstes Interesse für dessen Werk. Nach unseren Ankäufen im Kunstmarkt entwickelte sich ein persönlicher Kontakt, der zur Übernahme von 81 ausgewählten Werken führte. Die Erfüllung der Zusage einer Publikation erlebte sie nicht mehr. Am 25. Oktober ist sie in Düsseldorf verstorben.

Margret Schriefers (1928 – 2014)
Wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag verstarb am 4. Oktober 2014 die Kölner Textildesignerin und Objektkünstlerin Margret Schriefers. Nach dem Studium an der Textil-Ingenieur-Schule und der Werkkunstschule in Wuppertal legte sie 1956 die Meisterprüfung als Weberin ab. Bereits parallel zum Studium war sie als Entwerferin erfolgreich für namhafte deutsche Textil- und Möbelhersteller tätig. Kolumba besitzt ein Konvolut ihrer Entwürfe und Mustergewebe. In ihren freien Arbeiten verfolgte sie unter Hinzunahme von Fundstücken, »mit denen die Zeit nicht fertig geworden ist«, fließende Verbindungen des vermeintlich Disparaten aus Natur und Technik. Gemeinsam mit ihrem Sohn Thomas realisierte sie die Schenkung der umfassenden »Werk- und Formensammlung« ihres Mannes.

Hans-Georg Hartmann (1954 – 2014)
Am 26. April 2014 verstarb im Alter von nur 60 Jahren unser Kollege Hans-Georg Hartmann, der seit Juli 1989 als Mitarbeiter des Museums im Eingangsbereich tätig war. Obschon durch eine frühe Erkrankung stark behindert, verstand er es, seine Aufgabe gegenüber den Besuchern souverän zu meistern. Stand er am Roncalliplatz in der alleinigen Verantwortung für den Kassenbereich, so wechselte er im Neubau in die Funktion der Information, die er mit großer Kenntnis, hohem Taktgefühl und Hilfsbereitschaft vorbildlich ausfüllen konnte. Seine vielseitigen, vor allem literarischen und theologischen Interessen und seine Fremdsprachenbefähigung ließen ihn für jeden Besucher, der sich an ihn wandte, zu einem anregenden Gesprächs­partner werden, der Kolumba mit ganzem Herzen vertrat.

Annamaria Sala (1930 – 2013)
Am 31. Dezember 2013 starb Anna-Maria Sala im Alter von 83 Jahren in Bad Godesberg. Nach dem Studium der Musik, Literatur und Kunstgeschichte schuf sie gemeinsam mit ihrem Mann Marzio Sala (1924-2009) ein konzeptuelles und in verschiedenen Medien zu realisierendes Werk zur künstlerischen Erforschung von Raum- und Zeitstrukturen, das u.a. auf der documenta 8 gezeigt wurde. Kolumba erhält den Nachlass des Künstlerpaares als Schenkung.

Stefan Wewerka (1928 – 2013)
Am 14. September 2013 verstarb Stefan Wewerka in Berlin. Der 1928 geborene Künstler war seit den 1960er Jahren in Köln aktiv, u.a. als Professor an der Kölner Werkschule. Durch die fließenden Übergänge von angewandter zu freier Kunst nimmt sein Werk eine wichtige Sonderstellung in unserer Sammlung ein.

Sven Seiler (1940 – 2013)
Im Alter von 73 Jahren verstarb am 2.September 2013 Dr. Sven Seiler. Als Mitarbeiter der Kölner Bodendenkmalpflege leitete er von 1974 bis 1976 die archäologischen Grabungen in Sankt Kolumba. Er war der beste Kenner des Geländes und wusste sich an immer noch neue Details aus der Grabungszeit zu erinnern. Der Archäologe war uns seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden und stand uns bei allen Fragen, die Ausgrabung betreffend zur Seite. Wir werden seine detaillierte Sachkenntnis ebenso vermissen wie seine Liebenswürdigkeit.

Norbert Schwontkowski (1949 – 2013)
Nach schwerer Krankheit verstarb Norbert Schwontkowski am 14. Juni 2013 im Alter von nur 64 Jahren. Erst im vergangenen Jahr hatten wir ihn für den Kunstpreis der Dieter Krieg-Stiftung vorgeschlagen. Das Preisgeld lieferte den Sockel für ein Werkkonvolut, dessen Auswahl wir noch im Frühjahr mit ihm abstimmen konnten. Gerne wären wir eine längere Wegstrecke gemeinsam gegangen.

Hans Josephsohn (1920 – 2012)
Mit Hans Joseph­sohn verstarb am 21. August 2012 ein Bild­hauer, dessen »Große Liegende« im Hof dauerhaft an den intensiven Austausch erinnert, der zu einem großen Werk­konvo­lut in Kolumba geführt hat. Es war uns eine große Ehre, ihm, der als junger Mann aus Deutschland emigrierte, anlässlich seines 85. Geburtstages einen Abend im Museum ausrichten zu dürfen. Wir trauern um einen großartigen Bildhauer und einen Freund von Kolumba.

Johannes Bastgen (1947 – 2012)
Am 11. März 2012 verstarb Stadtde­chant Prälat Johannes Bastgen, mit dem uns manche Koopera­tion verband. Auf ihn geht die Idee der »Langen Nacht der City-Kirchen« zurück, mit der sich Kolumba sehr identifizieren kann.

Gerhard Kahlert
Mit Gehard Kahlert ver­starb im März 2012 der verantwortliche Inge­nieur für Heizung, Klima und Geo­thermie des Neubaus. Bereits als Vorprüfer der Jury des Wettbwerbs hatte er die massive Bau­weise des Entwurfes favorisiert. Er war von allen Fachingenieuren besonders intensiv in die Planung einbezogen und leistete nach der Fertigstellung des Gebäudes die Feineinstellung der Anlage. Seine Fachkenntnis wird uns sehr fehlen.

Frank Köllges (1952 – 2012)
Am 1. Januar 2012 verstarb im Alter von 60 Jahren Frank Köllges, der als Perkussionist und Performance-Künstler mit den adam noildt missiles und der piccola banda metafisica viele Veranstaltungen in Kolumba mitgestaltet hat; allen in Erinnerung das große Fest zum 150-jährigen Museumsjubiläum, das 2003 im Maternushaus gefeiert wurde.

Wolfram Stein
Am 17. Oktober 2010 verstarb nach kurzer Krankheit der Kölner Architekt Wolfram Stein, dessen Büro gemeinsam mit Peter Zumthor mit der äußerst komplexen Bauleitung des Neubaus betraut war.

Krimhild Becker (1940 – 2010)
Am 10. März 2010 verstarb die Kölner Künstlerin Krimhild Becker nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren. In den letzten Jahren lastete auf ihr die Bürde des auf sie überkommenen Nachlasses des Bildhauers Heinz Breloh. Ein Kon­volut ihres eigenen Werkes, dessen Zusammenstellung noch mit ihr begonnen worden war, wird zukünftig einen Einblick in ihre Arbeit ermöglichen.

Jörg Buchli (1944 – 2010)
Am 16. Februar 2010 verstarb überraschend im Alter von 66 Jahren der Schweizer Tragwerksplaner Jürg Buchli. Seiner Erfahrung und Kreativität verdankt Kolumba die innovative Statik des Neubaus, die er gemeinsam mit dem Kölner Büro Schwab-Lemke realisierte.

Adolf Egner (1933 – 2010)
Am 7. Januar 2010 verstarb nach langer Krankheit der Frechener Keramiksammler Adolf Egner im Alter von 77 Jahren. Wir erinnern uns an viele heitere Begegnungen, in denen wir 266 Arbei­ten europäischer Keramik aus den letzten 50 Jahren auswählen durften, die er 2004 dem Museum schenkte.

Heinrich Küpper (1919 – 2009)
Am 22. Dezember 2009 starb der Zeichner Heinrich Küpper wenige Wochen nach Vollendung seines neunzigsten Lebensjahres. Uns verbanden viele Atelierbesuche, die zu einer umfangreichen Schenkung seiner Werke an Kolumba führte. Die späte Entdeckung seines eigenkünstlerischen Werkes konten wir durch Ausstellungsaktivitäten begleiten. Gemeinsam mit seiner Frau schenkte er überdies eine umfangreiche Sammlung christlicher Devotionalien und Wallfahrtsandenken, die beide in vielen Jahren zusammengetragen hatten.

Anton von Euw (1934 – 2009)
Am 10. November 2009 starb Professor Anton von Euw. Kolumba war dem hoch gelehrten Mediävisten freundschaftlich verbunden und verdankt ihm u.a. Beiträge in den Handschriften-Publi­ka­tionen.

_

Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

Aktuell
Architektur
Ausstellungen
Filme
Info
Kapelle
Kritiken
Museumsgeschichte
Publikationen
Texte
Veranstaltungen
Vermittlung

Gerüst an der Fassade
Lesestunde für Kinder
Werke auf Reisen
Wir trauern um...
 

 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Aktuell :: Wir trauern um...

Jannis Kounellis (1936 – 2017)
»Ich lebe in einem Land, dessen sprachliche und logische Wurzeln im Humanismus gründen und als Bürger dieses Landes stehe ich zu dieser Tradition.« In diesem kurzen Zitat von Jannis Kounellis, der am 16. Februar in seiner Wahlheimat Rom verstarb, vermittelt sich der Ausgangspunkt für die überragende Bedeutung, die er für die Kunst der Gegenwart im allgemeinen und im engeren Sinne für Kolumba hat. Kounellis war ein politischer Künstler in der Weise, dass er nicht nachließ, in seinen Werken die Existenz des Menschen in ihrer Abhängigkeit von Heimat, Wohnung, Nahrung und Arbeit ebenso zu befragen, wie ihren poetischen und intellektuellen, spirituellen und religiösen Bedürfnissen Ausdruck zu geben. In assoziativen Räumen, die er mit einfachen Materialien und gebrauchten Gegenständen eröffnet, kreist sein Werk um den Wert der Freiheit des Individuums, seine Stellung in der Gesellschaft und seine Verantwortung gegenüber der Geschichte. Erinnertes Leben, Schmerzerfahrung und vorausgeahnter Tod bilden darin Konstanten, die für das Konzept von Kolumba grundlegend wurden. Mit Jannis Kounellis verband uns seit Anfang der 1990er Jahre eine in wenigen aber intensiven Begegnungen gewachsene Freundschaft. Er gehörte zu den Ersten, die dem »Museum der Nachdenklichkeit« ihr Vertrauen schenkten. Denn schon 1994 trennte er sich für Kolumba von der 1975 erstmals realisierten »Tragedia Civile«, einer Rauminstallation, die 1982 auf der documenta internationale Aufmerksamkeit erlangt hatte. In ihr fand Kounellis zu einem ebenso stillen wie berührenden Bild der Verlusterfahrung. Der goldene Abglanz der christlich-abendländischen Tradition verbindet sich darin mit den abgenutzten Hinterlassenschaften eines bürgerlichen Lebens. Nun ist er selbst von uns gegangen. Mit der »Tragedia Civile«, seinem Hauptwerk, bleibt Jannis Kounellis in Kolumba präsent.

Walter Gauer (1933 – 2016)
Als freier Journalist hat Walter Gauer das Werden von Kolumba seit den Anfängen der Neunziger Jahre publizistisch begleitet. Mit großer Neugierde und hoher Sachkenntnis hat er den Einzug der Moderne und das neue Museumskonzept verfolgt und bereits zu einem frühen Zeitpunkt in zahlreichen Printmedien ausführlich darüber berichtet. Am 12. Oktober ist er in Köln im Alter von 83 Jahren verstorben.

Martin Seidler (1960 – 2015)
Viel zu früh verstarb nach schwerer Krankheit am 17. Mai Dr. Martin Seidler. Seit 2001 war er als Kunsthistoriker im Erzbistum Köln zuständig für die Inventarisation, Konservierung, Restaurierung und Präsentation der Kirchenschätze. In dieser Funktion hatte er auch den Vorsitz der sogenannten Schreinskommission. Er war überdies einer der wenigen Glockensachverständigen und auf diesem Gebiet überregional geschätzt. Trotz gelegentlich unvermeidbarer Interessenskonflikte verband uns eine enge Zusammenarbeit, die u.a. die mehrjährige Präsentation des Anno-Schreins in Kolumba ermöglichte.

Ludwig Gierse (1913 – 2015)
In seiner langen Zeit als Pensionär war der passionierte Historiker Ludwig Gierse seit Anfang der 1980er Jahre dem Diözesanmuseum sehr verbunden. Mit kritischem Wohlwollen begleitete er die Veränderung des Museumskonzeptes und schenkte Kolumba seine umfangreiche Sammlung von Andachtsbildchen. Der ehemalige Sozialarbeiter war ein ausgewiesener Kenner der christlichen Kunst des 19. Jahrhunderts. Seine Geschichte des Vereins für Christliche Kunst legte das Fundament zu der zum 150jährigen Jubiläum veröffentlichten Museumschronik. Gierse war überdies Herausgeber der Tagebücher des Museumsgründers Friedrich Baudri. Nach einem erfüllten Leben ist er am 4. Mai verstorben.

Dina Baumgarten (1926 – 2014)
»Kunst ist die Ausdauer der Hinterbliebenen«, dieser Satz des Kölner Progressiven Heinrich Hoerle war selten so zutreffend wie im Falle von Dina Baumgarten. Nach dem Tod ihres Mannes Claudio (1919–1991) hielt sie den bis dahin geretteten Nachlass ihres Schwiegervaters, des Malers und Dichters Georg Baumgarten zusammen und initiierte durch die Kontaktaufnahme zu Galerien und Museen ein erstes Interesse für dessen Werk. Nach unseren Ankäufen im Kunstmarkt entwickelte sich ein persönlicher Kontakt, der zur Übernahme von 81 ausgewählten Werken führte. Die Erfüllung der Zusage einer Publikation erlebte sie nicht mehr. Am 25. Oktober ist sie in Düsseldorf verstorben.

Margret Schriefers (1928 – 2014)
Wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag verstarb am 4. Oktober 2014 die Kölner Textildesignerin und Objektkünstlerin Margret Schriefers. Nach dem Studium an der Textil-Ingenieur-Schule und der Werkkunstschule in Wuppertal legte sie 1956 die Meisterprüfung als Weberin ab. Bereits parallel zum Studium war sie als Entwerferin erfolgreich für namhafte deutsche Textil- und Möbelhersteller tätig. Kolumba besitzt ein Konvolut ihrer Entwürfe und Mustergewebe. In ihren freien Arbeiten verfolgte sie unter Hinzunahme von Fundstücken, »mit denen die Zeit nicht fertig geworden ist«, fließende Verbindungen des vermeintlich Disparaten aus Natur und Technik. Gemeinsam mit ihrem Sohn Thomas realisierte sie die Schenkung der umfassenden »Werk- und Formensammlung« ihres Mannes.

Hans-Georg Hartmann (1954 – 2014)
Am 26. April 2014 verstarb im Alter von nur 60 Jahren unser Kollege Hans-Georg Hartmann, der seit Juli 1989 als Mitarbeiter des Museums im Eingangsbereich tätig war. Obschon durch eine frühe Erkrankung stark behindert, verstand er es, seine Aufgabe gegenüber den Besuchern souverän zu meistern. Stand er am Roncalliplatz in der alleinigen Verantwortung für den Kassenbereich, so wechselte er im Neubau in die Funktion der Information, die er mit großer Kenntnis, hohem Taktgefühl und Hilfsbereitschaft vorbildlich ausfüllen konnte. Seine vielseitigen, vor allem literarischen und theologischen Interessen und seine Fremdsprachenbefähigung ließen ihn für jeden Besucher, der sich an ihn wandte, zu einem anregenden Gesprächs­partner werden, der Kolumba mit ganzem Herzen vertrat.

Annamaria Sala (1930 – 2013)
Am 31. Dezember 2013 starb Anna-Maria Sala im Alter von 83 Jahren in Bad Godesberg. Nach dem Studium der Musik, Literatur und Kunstgeschichte schuf sie gemeinsam mit ihrem Mann Marzio Sala (1924-2009) ein konzeptuelles und in verschiedenen Medien zu realisierendes Werk zur künstlerischen Erforschung von Raum- und Zeitstrukturen, das u.a. auf der documenta 8 gezeigt wurde. Kolumba erhält den Nachlass des Künstlerpaares als Schenkung.

Stefan Wewerka (1928 – 2013)
Am 14. September 2013 verstarb Stefan Wewerka in Berlin. Der 1928 geborene Künstler war seit den 1960er Jahren in Köln aktiv, u.a. als Professor an der Kölner Werkschule. Durch die fließenden Übergänge von angewandter zu freier Kunst nimmt sein Werk eine wichtige Sonderstellung in unserer Sammlung ein.

Sven Seiler (1940 – 2013)
Im Alter von 73 Jahren verstarb am 2.September 2013 Dr. Sven Seiler. Als Mitarbeiter der Kölner Bodendenkmalpflege leitete er von 1974 bis 1976 die archäologischen Grabungen in Sankt Kolumba. Er war der beste Kenner des Geländes und wusste sich an immer noch neue Details aus der Grabungszeit zu erinnern. Der Archäologe war uns seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden und stand uns bei allen Fragen, die Ausgrabung betreffend zur Seite. Wir werden seine detaillierte Sachkenntnis ebenso vermissen wie seine Liebenswürdigkeit.

Norbert Schwontkowski (1949 – 2013)
Nach schwerer Krankheit verstarb Norbert Schwontkowski am 14. Juni 2013 im Alter von nur 64 Jahren. Erst im vergangenen Jahr hatten wir ihn für den Kunstpreis der Dieter Krieg-Stiftung vorgeschlagen. Das Preisgeld lieferte den Sockel für ein Werkkonvolut, dessen Auswahl wir noch im Frühjahr mit ihm abstimmen konnten. Gerne wären wir eine längere Wegstrecke gemeinsam gegangen.

Hans Josephsohn (1920 – 2012)
Mit Hans Joseph­sohn verstarb am 21. August 2012 ein Bild­hauer, dessen »Große Liegende« im Hof dauerhaft an den intensiven Austausch erinnert, der zu einem großen Werk­konvo­lut in Kolumba geführt hat. Es war uns eine große Ehre, ihm, der als junger Mann aus Deutschland emigrierte, anlässlich seines 85. Geburtstages einen Abend im Museum ausrichten zu dürfen. Wir trauern um einen großartigen Bildhauer und einen Freund von Kolumba.

Johannes Bastgen (1947 – 2012)
Am 11. März 2012 verstarb Stadtde­chant Prälat Johannes Bastgen, mit dem uns manche Koopera­tion verband. Auf ihn geht die Idee der »Langen Nacht der City-Kirchen« zurück, mit der sich Kolumba sehr identifizieren kann.

Gerhard Kahlert
Mit Gehard Kahlert ver­starb im März 2012 der verantwortliche Inge­nieur für Heizung, Klima und Geo­thermie des Neubaus. Bereits als Vorprüfer der Jury des Wettbwerbs hatte er die massive Bau­weise des Entwurfes favorisiert. Er war von allen Fachingenieuren besonders intensiv in die Planung einbezogen und leistete nach der Fertigstellung des Gebäudes die Feineinstellung der Anlage. Seine Fachkenntnis wird uns sehr fehlen.

Frank Köllges (1952 – 2012)
Am 1. Januar 2012 verstarb im Alter von 60 Jahren Frank Köllges, der als Perkussionist und Performance-Künstler mit den adam noildt missiles und der piccola banda metafisica viele Veranstaltungen in Kolumba mitgestaltet hat; allen in Erinnerung das große Fest zum 150-jährigen Museumsjubiläum, das 2003 im Maternushaus gefeiert wurde.

Wolfram Stein
Am 17. Oktober 2010 verstarb nach kurzer Krankheit der Kölner Architekt Wolfram Stein, dessen Büro gemeinsam mit Peter Zumthor mit der äußerst komplexen Bauleitung des Neubaus betraut war.

Krimhild Becker (1940 – 2010)
Am 10. März 2010 verstarb die Kölner Künstlerin Krimhild Becker nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren. In den letzten Jahren lastete auf ihr die Bürde des auf sie überkommenen Nachlasses des Bildhauers Heinz Breloh. Ein Kon­volut ihres eigenen Werkes, dessen Zusammenstellung noch mit ihr begonnen worden war, wird zukünftig einen Einblick in ihre Arbeit ermöglichen.

Jörg Buchli (1944 – 2010)
Am 16. Februar 2010 verstarb überraschend im Alter von 66 Jahren der Schweizer Tragwerksplaner Jürg Buchli. Seiner Erfahrung und Kreativität verdankt Kolumba die innovative Statik des Neubaus, die er gemeinsam mit dem Kölner Büro Schwab-Lemke realisierte.

Adolf Egner (1933 – 2010)
Am 7. Januar 2010 verstarb nach langer Krankheit der Frechener Keramiksammler Adolf Egner im Alter von 77 Jahren. Wir erinnern uns an viele heitere Begegnungen, in denen wir 266 Arbei­ten europäischer Keramik aus den letzten 50 Jahren auswählen durften, die er 2004 dem Museum schenkte.

Heinrich Küpper (1919 – 2009)
Am 22. Dezember 2009 starb der Zeichner Heinrich Küpper wenige Wochen nach Vollendung seines neunzigsten Lebensjahres. Uns verbanden viele Atelierbesuche, die zu einer umfangreichen Schenkung seiner Werke an Kolumba führte. Die späte Entdeckung seines eigenkünstlerischen Werkes konten wir durch Ausstellungsaktivitäten begleiten. Gemeinsam mit seiner Frau schenkte er überdies eine umfangreiche Sammlung christlicher Devotionalien und Wallfahrtsandenken, die beide in vielen Jahren zusammengetragen hatten.

Anton von Euw (1934 – 2009)
Am 10. November 2009 starb Professor Anton von Euw. Kolumba war dem hoch gelehrten Mediävisten freundschaftlich verbunden und verdankt ihm u.a. Beiträge in den Handschriften-Publi­ka­tionen.