Kolumba
Kolumbastraße 4
D-50667 Köln
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»Zum ersten Mal ein Glücksfall: die Ausschreibung für das Diözesanmuseum in Köln! Man sollte sie einrahmen.« (Max Bächer, DAB, 3/1997);

Vollständiger Auslobungstext
des Architekturwettbewerbs für den Neubau Kolumba
(ausgegeben im Dezember 1996)

Präambel
»Zur Sensibilisierung von Wahrnehmung: Wir wünschen uns ein lebendes Museum bezogen auf die Realität und die Würde des Vorhandenen, eine raumschaffende Architektur, zurückhaltende und langlebige Materialien, ein Minimum an Technik, Einfachheit und Funktionalität im Detail, eine sorgfältige und materialgerechte Ausführung, einen selbstverständlichen Ort für die Menschen und die Kunst.«

A Wettbewerbsverfahren

A.1 Auslobung

A.1.1 Auslober
Auslober ist das Erzbistum Köln, vertreten durch den Generalvikar. Wettbewerbsbetreuung und Vorprüfung: Erzbischöfliches Bauamt, Marzellenstraße 32, 50668 Köln

A.1.2 Art des Wettbewerbes
Das Erzbistum Köln schreibt einen offenen und anonymen Realisierungswettbewerb mit Zuladungen für den Neubau des Diözesanmuseums an St. Kolumba in Köln aus.

A.1.3 Zulassungsbereich
Der Zulassungsbereich ist das Gebiet der Erzdiözese Köln.

A.1.4 Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt sind selbstständige Architekten/innen, die in die Architektenliste eingetragen sind und ihren Wohn- oder Geschäftssitz seit mindestens drei Monaten im Gebiet des Erzbistums Köln haben. Arbeitsgemeinschaften gelten als ein Teilnehmer, jedes Mitglied muss die vorstehenden Bedingungen erfüllen. Jeder Wettbewerbsteilnehmer darf nur eine Wettbewerbsarbeit abgeben, Alternativen sind nicht zugelassen. Sollten die zugeladenen Architekten die Bildung von Arbeitsgemeinschaften beabsichtigen, muss der/die Partner/in die o. a. Bedingung erfüllen.

A.1.5 Zuladungen
Carlo Baumschlager/Dietmar Eberle, Lochau (A) – Ben van Berkel, Van Berkel & Bos, Amsterdam (NL) – David Chipperfield Architects, London (GB), Annette Gigon/Mike Guyer, Zürich (CH) – Christoph Mäckler, Frankfurt/M. (D) – Paul Robbrecht/Hilde Daem, Gent (B) – Peter Zumthor, Haldenstein (CH)

A.1.6 Teilnahmehindernisse
Nicht teilnahmeberechtigt sind Studierende, Personen, die unmittelbar an der Ausarbeitung der Wettbewerbsaufgabe und/oder der Auslobung beteiligt sind, Preisrichter/innen, Sachverständige ohne Stimmrecht, Vertreter/innen der Preisrichter/innen, Vorprüfer/innen.

A.1.7 Wettbewerbsaufgabe
Die Aufgabe des Wettbewerbes besteht im Entwurf für den Neubau des Diözesanmuseums auf dem Grundstück der im Zweiten Weltkrieg bis auf die Umfassungsmauern zerstörten Kirche St. Kolumba in der Kölner Innenstadt unter Einbeziehung aller vorhandenen Fragmente. Mit dem Neubau soll am Ende des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage eines erweiterten Kunstbegriffes eine zukünftige Form musealen Selbstverständnisses realisiert werden (siehe Teil B und C).

A.1.8 Preisgericht
Fachpreisrichter: Dipl. Ing. Prof. Max Bächer, Darmstadt (wurde bei Beginn des Preisgerichtes zum Vorsitzenden gewählt) – Dipl. Ing Ivan Chlumsky, Lübeck – Dipl. Ing. Hartmut Hoferichter, Stadtplanungsamt Köln (anstelle von Dipl. Ing. Christoph Blume, ehem. Hochbaudezernent der Stadt Köln) – Dipl. Ing. Alois Peitz, Trier (anstelle von Dipl. Ing. Stephan Braunfels, München) Dipl. Ing. Josef Rüenauver, Erzdiözesanbaumeister, Köln – Prof. Stefan Wewerka, Köln – Dipl. Ing. Prof. Erwin H. Zander, Köln. Stellvertr. Fachpreisrichter: Dipl. Ing. Georg Wendel, Diözesanbaudirektor, Münster.
Sachpreisrichter: Dr. h.c. Norbert Feldhoff, Generalvikar des Erzbistums Köln - Prof. Dr. Hansgerd Hellenkemper, Leiter der Bodendenkmalpflege/Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Köln – Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen – Dr. Joachim M. Plotzek, Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Köln – Prälat Ludwig Schöller, Bischofsvikar, Köln – Dr. Katharina Winnekes, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Köln (anstelle von Kristin Feireiss, Direktorin des Nederlands Architectuurinstituut, Rotterdam). Stellvertr. Sachpreisrichter/innen: Prof. Dr. Herbert Beck, Direktor des Städelschen Kunstinstitutes, Frankfurt – Herrmann Josef Schon, Finanzdirektor im Erzbischöflichen Generalvikariat, Köln.
Sachverständige ohne Stimmrecht: Dipl. Ing. Prof. Béla Dören, Hochbaudezernent der Stadt Köln – Dr. Ulrich Krings, Stadtkonservator, Köln – Prof. Dr. Udo Mainzer, Landeskonservator, Brauweiler – Wolfgang Maria Pilartz, Kirchengemeinde St. Kolumba, Köln – Dr. Sven Seiler, Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege, Köln
Vorprüfung: Büro Faltin-Scheuvens-Wachten, Dortmund – Dipl. Ing. Johannes Hogenschurz, Erzbischöfliches Bauamt, Köln – Gerhard Kahlert, Energie- und Umwelttechnik, Haltern – Dipl. Ing. Albert Kemna, Leiter des Erzbischöflichen Bauamtes, Köln – Dr. Stefan Kraus, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Köln – Dipl. Ing. Otmar Schwab, Tragwerksplaner, Köln – Elisabeth M. Spiegel, Mitarbeiterin der Bodendenkmalpflege, Köln

A.1.9 Preise und Ankäufe
1. Preis: 45.000 DM; 2. Preis: 36.000 DM; 3. Preis: 27.000 DM; 4. Preis: 21.600 DM; 5. Preis: 14.400 DM; Vier Ankäufe je 9.000 DM; Gesamtsumme für Preise und Ankäufe: 180.000 DM. Das Preisgericht ist berechtigt, bei einstimmigem Votum eine andere Preis- und Ankaufsverteilung vorzunehmen, die Gesamtsumme bleibt jedoch erhalten.

A.1.10 Schutzgebühr
Vor Anforderung der Wettbewerbsunterlagen ist eine Schutzgebühr in Höhe von 200 DM an das Erzbischöfliche Generalvikariat auf das Konto Nr. 96065 bei der Westdeutschen Landesbank, Girozentrale, Köln (BLZ 370 500 00) mit dem Vermerk: Kassenzeichen 2100400000 und dem Verwendungszweck: ‚Realisierungswettbewerb Diözesanmuseum‘ einzuzahlen. Eine Kopie der von der Bank abgezeichneten Überweisungsanordnung ist bei Anforderung der Wettbewerbsunterlagen vorzulegen und zu überlassen. Die Schutzgebühr wird zurückerstattet, wenn die Wettbewerbsunterlagen vollständig und unbeschädigt bis zum 3.3.1997 zurückgegeben werden oder eine den Anforderungen entsprechende Wettbewerbsarbeit eingereicht wird.

A.1.11 Termine
Die Wettbewerbsunterlagen können nach Einzahlung der Schutzgebühr ab dem 16.12.1996 schriftlich beim Erzbischöflichen Bauamt angefordert werden. Schriftliche Rückfragen können bis zum 17.1.1997 an das Erzbischöfliche Bauamt gerichtet werden. Zur Beantwortung der schriftlichen Rückfragen und Klärung von Verfahrensfragen wird am 3.2.1997 von 11 bis 15 Uhr im Maternushaus Köln (Kardinal-Frings-Straße) ein Kolloquium durchgeführt. Eine Begehung des Grundstückes für den Neubau ist zuvor um 10 Uhr und nach dem Kolloquium um 15 Uhr möglich. Die Teilnahme am Kolloquium ist für die Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtend. Die schriftlichen Rückfragen, die beim Kolloquium gestellten mündlichen Rückfragen und die im Kolloquium gegebenen Beantwortungen werden allen Wettbewerbsteilnehmern, den Preisrichtern und der Vorprüfung als Ergebnisprotokoll schriftlich zur Verfügung gestellt. Abgabetermin der Wettbewerbsarbeiten ist der 22.4.1997. Abgabetermin des Wettbewerbsmodells ist der 6.5.1997. Zu diesen Terminen muss die vollständige Wettbewerbsarbeit, verschlossen, unter Wahrung der Anonymität (ohne Erkennbarkeit von Absender und Kennziffer) im Erzbischöflichen Bauamt abgegeben werden. Bei Verschickung mit Post, Bahn oder anderen öffentlichen oder privaten Beförderungsmitteln gelten die Arbeiten als rechtzeitig abgegeben, wenn der Eingangsstempel des jeweiligen Beförderungsunternehmens das Datum des Abgabetages trägt, ohne Rücksicht auf die Uhrzeit. Zur Wahrung der Anonymität ist bei derart zugestellten Arbeiten die Anschrift des Auslobers mit dem Kennwort ‚Realisierungswettbewerb Diözesanmuseum‘ einzusetzen. Verspätet eingegangene derart zugestellte Arbeiten, die keinen Abgabestempel haben oder Grund zum Zweifel bieten, werden vorbehaltlich späteren Nachweises rechtzeitiger Ablieferung, den der Wettbewerbsteilnehmer zu erbringen hat, mit beurteilt. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, wird die Arbeit ausgeschieden. Auf eine sorgfältig gestempelte und durch eine Ablieferungsbescheinigung bestätigte Einlieferung der Arbeiten ist daher zu achten. Arbeiten, die fristgerecht aufgegeben, aber 14 Tage nach Abgabetermin nicht beim Auslober eingegangen sind, werden ausgeschieden. Das Preisgericht tagt vom 10. Bis 12.6.1997. Die Niederschrift der Preisgerichtssitzung wird allen Teilnehmern und den Preisrichtern sowie dem Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer NRW, die den Übereinstimmungsvermerk erklärt hat, zugesandt. Die öffentliche Ausstellung aller eingegangenen Arbeiten erfolgt voraussichtlich im Juni 1997.

A.1.12 Kennzeichnung der Wettbewerbsarbeiten/Verfassererklärung
Alle Zeichnungen, Schriftstücke und Modelle müssen in der rechten oberen Ecke eine 1 cm hohe und 5 cm breite sechsstellige Kennzahl in arabischen Ziffern tragen. Name und Anschrift der Teilnehmer, sämtlicher beteiligter Mitarbeiter/innen und der Sonderfachleute sind in der Verfassererklärung aufzuführen und in einem undurchsichtigen, verschlossenen Umschlag mit der gleichen Kennziffer beizufügen.

A.1.13 Anerkennung der Auslobungsbedingungen
Der Wettbewerb wird nach den Grundsätzen und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens – GRW 1995 – ausgeführt. Durch die Teilnahme am Wettbewerb erkennt der/die Teilnehmer/in den Inhalt der GRW 1995 und den Inhalt der vorliegenden Auslobung an. Die Übereinstimmung der Auslobung mit der GRW ist vom zuständigen Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer NRW unter der Registriernummer W 50/96 bestätigt worden.

A.1.14 Weitere Beauftragung
Der Auslober beabsichtigt – unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichtes – bei der Realisierung des Museums einen der Preisträger mit weiteren Leistungen nach HOAI § 15 (mindestens Leistungsphasen 2 – 5) zu beauftragen. Im Falle einer Beauftragung werden die durch den Wettbewerb erbrachten Leistungen bis zur Höhe des zuerkannten Preises nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird.

A.1.15 Beurteilungskriterien
Die Vorprüfung und das Bewertungsverfahren werden gem. § 5 GRW 95 durchgeführt. Zur Erfüllung dieser Aufgaben können die Sachverständigen bereits zur Unterstützung der Vorprüfung herangezogen werden. Die Beurteilung richtet sich nach den allgemein bekannten Kriterien (s. GRW). Die spezifischen Beurteilungskriterien sind: 1. Formalleistungen: Leistungs- und Programmerfüllung, Einhaltung bauordnungsrechtlicher und sonstiger öffentlich-rechtlicher Vorschriften. 2. Städtebauliche und architektonische Kriterien: Einfügung in das Stadtbild; Abfolge Freiräume/Gebäude; Gliederung der Baumasse; Gestaltung: Baukörper, Fassade, Freiflächen; Einbindung der Bodendenkmale und der Ruine St. Kolumba; Berücksichtigung der Kapelle ‚Madonna in den Trümmern‘; Denkmalpflegerische Anforderungen; Materialität; Ökologische Qualitäten; Erschließung der Gesamtanlage. 3. Funktion: Inneres Erschließungssystem; Innenraumqualität, Orientierung; Gesamtorganisation: Zuordnung der Bereiche; Funktions- und Nutzungsqualitäten der Einzelbereiche; Konservatorische Anforderungen. 4. Wirtschaftlichkeit/Kosten: Konstruktives System; Technischer Aufwand (Betriebs- und Haustechnik); Baukosten; Erhaltungs- und Betriebsaufwand. Die spezifischen Kriterien ergeben sich aus den Forderungen und Wünschen des Auslobers, den eingereichten Arbeiten und deren vergleichender Beurteilung.

A.1.16 Eigentum und Urheberrecht
Die vom Preisgericht mit Preisen oder Ankäufen ausgezeichneten Arbeiten werden Eigentum des Auslobers. Die Urheberrechte und das Recht auf Veröffentlichung verbleiben bei den Verfassern. Dem Auslober wird das Recht zur ersten Veröffentlichung und das Ausstellungsrecht eingeräumt. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Ziffern 7.3.1 – 7.3.3 GRW 1995. Soweit die Arbeiten nicht in das Eigentum des Auslobers eingegangen sind, können sie nach Abschluss der Ausstellung innerhalb von 4 Wochen beim Auslober (Erzbischöfliches Bauamt, Erzbischöfliches Generalvikariat, Marzellenstraße 32, 50668 Köln) abgeholt werden. Nicht abgeholte Arbeiten wird durch die Post zurückgeschickt. Bei Verlust oder Beschädigung gilt § 6.5 GRW 1995.

A.2 Wettbewerbsunterlagen und –leistungen

A.2.1 Wettbewerbsunterlagen
Auslobungstext – Raumprogramm (mit Berechnungsformular für die Vorprüfung) – Bebauungsplan M 1:500 (Abb. S. 89) – Lageplan mit Höhenangaben M 1:200 (inkl. Stadtplan M 1:5000) – Gesamtplan zur Grabung St. Kolumba mit Legende M 1:100 (Abb. S. 29) – Bestandspläne der Ruine St. Kolumba M 1:100 (Abb. S. 113 – 114) – Bestandspläne Klostergebäude – Modellplatte zum Einsatz in das Stadtmodell M 1:500 (wurde mit dem Protokoll des Rückfragenkolloquiums verschickt) – Photodokumentation St. Kolumba-Grundstück einschl. Luftaufnahme – Muster zur Anordnung der geforderten Leistungen auf zwei DIN A1 und zwei DIN A0 Blättern (wurde in gültiger Fassung dem Protokoll des Rückfragenkolloquiums beigelegt).

A.2.2 Wettbewerbsleistungen
Lageplan M 1:200 mit Darstellung der Dachaufsicht und Erschließung der wesentlichen Elemente der Außenanlagen – Grundrisse aller Ebenen M 1:200 mit Einzeichnung der Raumprogrammflächen – alle erforderlichen Ansichten und Schnitte M 1:200 mit notwendigen Höhenangaben – Fassadenschnitt M 1:20 mit Teilansicht und Darstellung der Materialien, der bautechnischen Konstruktion und der bauphysikalischen Systeme (darauf wurde als Ergebnis des Rückfragenkolloquiums verzichtet) – Darstellung des Entwurfgedankens M 1:200 in einer erläuternden Isometrie (darauf wurde als Ergebnis des Rückfragenkolloquiums verzichtet) – Berechnung der Nutzfläche nach Raumprogramm (NF). Die Berechnung ist in Listenform vorzunehmen (Berechnungsformular beiliegend). Die Einzelansätze und Maßangaben müssen aus den Plänen für die Vorprüfung erkennbar sein. –
Berechnung der Bruttogeschoßfläche (BGF) – Berechnung des Bruttorauminhaltes (BRI) – Erläuterungsbericht zum Gesamtkonzept (eine DIN A4 Seite) – Erläuterungsbericht zur Haustechnik (eine DIN A4 Seite) – Weißes Massen-Modell M 1:500 zum Einsatz in das vorhandene Stadtmodell – ein Satz Pläne für die Vorprüfung mit farblicher Anlage der Nutzungsbereiche: Eingangsbereich/Bistro: Rosa; Ausstellungsräume: Gelb; Verwaltung: Grün; Restaurierung: Blau; Anlieferung/Depot: Braun; Verkehrswege: Rot – Verzeichnis der eingereichten Unterlagen – Verfassererklärung. Alle Pläne sind in Schwarz-Weiß-Technik (schwarzer Strich auf weißem Grund) anzubieten und auf zwei DIN A1 (Lageplan/Isometrie) und zwei DIN A0 Bögen (alle Grundrisse, Ansichten, Schnitte) nach beiliegendem Muster anzuordnen. Ein auf dem Musterbogen ausgewiesenes Feld steht als ‚Libero-Feld‘ zur freien Verfügung. Alle Grundrisse sind so auszurichten, dass der Nordpfeil nach oben zeigt. Die Pläne sind gerollt als Lichtpause einzureichen. Darüber hinausgehende Leistungen werden zur Beurteilung nicht zugelassen.

B Museumskonzept und Ort

B.1 Geschichte und Sammlung
Das 1853 vom ‚Christlichen Kunstverein für das Erzbistum Köln‘ gegründete Diözesanmuseum ist neben dem Wallraf-Richartz-Museum die älteste öffentliche Kunstsammlung in Köln. Die heterogene, mehr zufällig als nach einem präzisen Konzept gewachsene Sammlung liegt in der neugotischen Gedankenwelt der Anfangsjahre begründet. Die Rückbesinnung auf das Mittelalter, die daraus resultierende Erforschung, Erhaltung und Wiederherstellung kirchlicher mittelalterlicher Kunstwerke förderten den Wunsch, gefährdete Werke zusammenzuführen, die geschmacksbildend der eigenen Zeit Vorbild sein sollten. 1860 wurde das Museum in einem neugotisch gestalteten Bau an der heutigen Stelle eröffnet. Nach der Kriegszerstörung fand 1972 die Wiedereröffnung des Museums am gleichen Ort statt, reduziert auf 380 m² Ausstellungsfläche in einem von Ladenlokalen, Büros und Privatwohnungen genutzten Neubau, der im Hinblick auf Größe, Infrastruktur und konservatorische Belange völlig unzureichend ist. Schwerpunkte der Sammlung bilden das frühe Christentum (herausragende koptische und syrische Gewebe), Malerei, Plastik, Goldschmiede- und Elfenbeinkunst des 11. Bis 16. Jahrhunderts (u. a. Herimannkruzifix mit römischen Lapislazuliköpfchen, romanischer Kruzifix aus Erp, Stefan Lochners Madonna mit dem Veilchen), textile Wandbehänge und Meßgewänder sowie Pergamenthandschriften, einzelne barocke Bildwerke, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit und eine der umfangreichsten Sammlungen von Rosenkränzen. Das 19. Jahrhundert ist mit religiöser Druckgraphik und Handzeichnungen der Spätnazarener vertreten. Seit der Übernahme des Museums in die Trägerschaft des Erzbistums Köln im Jahre 1989 haben sich die Aufgaben präzisiert und erweitert. Die bestehende Sammlung wird gezielt mit herausragenden Kunstwerken des Mittelalters akzentuiert. Vor dem Hintergrund eines veränderten Konzeptes (s. u.) befindet sich eine Sammlung des 20. Jahrhunderts, vornehmlich der zeitgenössischen Kunst im Aufbau. In diesem Bereich konnten bereits einige deutliche Schwerpunkte gesetzt werden: Werke der Klassischen Moderne (u. a. von Herbert Campendonk, Hermann Stenner, Alexej von Jawlensky, Gerhard Marcks und Georges Rouault), die Avantgarde um 1970 (mit Hauptwerken von Josef Beuys, Manolo Millares, Antonio Saura, Antoni Tàpies sowie die weltweit größte Sammlung zu Paul Thek) und zeitgenössische Kunst (mit Einzelwerken und umfangreichen Werkgruppen u. a. von Louise Bourgeois, Herbert Falken, Leiko Ikemura, Rebecca Horn, Roni Horn, Attila Kovács. Wolfgang Laib, Thomas Lehnerer, Joseph Marioni, Rune Mields. Agnes Martin, Chris Newman, Richard Tuttle und Dario Villalba). Arbeiten auf Papier – Skizzen, Entwürfe und Zeichnungsserien – bilden innerhalb der Moderne den mit Abstand umfangreichsten Bestand. Zur Identifikation des Neubaus werden ortsbezogene Rauminstallationen einzelner aufgeforderter Künstler ganz besonders beitragen (bisher: Arbeiten von Eduardo Chillida, Bill Fontana, Jannis Kounellis, Richard Serra und Dorothee von Windheim).

B.2 Konzept und Selbstverständnis
Das Diözesanmuseum versteht sich als Ort der Weckung von Neugierde, Spontaneität und Unvoreingenommenheit, also als Ort, an dem Unmittelbarkeit im Umgang mit der Kunst gefördert wird. Aufgrund der Sammlungsstruktur und der Aufgabenstellung versteht sich das Diözesanmuseum nicht als Regionalmuseum, in dem sich lediglich erhalten gebliebene Zufälligkeiten mit der Aufgabe verbinden, die Kulturlandschaft des Bistums über Jahrhunderte hin zu dokumentieren. Vielmehr will das Diözesanmuseum die Chance wahrnehmen, vielfältige Anregungen zu geben und Erfahrungen zu vertiefen. Es geht von Fragestellungen aus, die im Bereich der alten Kunst in kirchengeschichtlich, religionsgeschichtlich und frömmigkeitsgeschichtlich relevante Komplexe eingebettet sind. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert richtet sich die Sammlungstätigkeit auf künstlerische Diskurse, die auf dem Höhepunkt ihrer Zeit Fragestellungen der menschlichen Existenz verfolgen, die gerade auch für die Kirche von Bedeutung sind. Mit der Offenheit dieser Annäherung ergibt sich die Möglichkeit, im Kunstwerk – für seine Zeit und darüber hinaus – relevante religiöse Dimensionen aufzufinden. Nicht Auftragskunst der Kirche im traditionellen Sinne ist also gemeint; Anliegen ist vielmehr, im Ausloten immanent künstlerischer Möglichkeiten, Annäherungen und Bewußtsein für aufbrechende Wege zum Transitorischen und Spirituellen zu schaffen. Das Museum definiert sich über seine Sammlung, die in wechselnder Auswahl und auf ein überschaubares Maß an Exponaten reduziert vorgestellt wird. Diese Begrenzung verfolgt das Ziel, das Kunsterlebnis zu intensivieren. Sie wird als Chance verstanden, sich auf ein bekanntes oder unbekanntes Gegenüber einzulassen und darin eine Erlebnisfähigkeit zu entwickeln, die über den Gegenstand Kunst tief in die Mechanismen menschlichen Verhaltens führt und dafür Bewusstsein schafft.
Kunst fängt mit Wahrnehmung an, mit bewusstem Hinschauen; einem Sehen, das mit den Augen greift und das Hören und Riechen keineswegs ausschließt. Kunst ist eine Sprache jenseits der Worte, jenseits von Begrifflichkeit. Sie informiert nicht messbar, nicht in Zahlen und Fakten. Kunst ist in ihrer unglaublichen Exaktheit mehrdeutig, vielschichtig, komplex und immer auch fremd. Sich auf ein Werk einzulassen bleibt unabdingbare erste Voraussetzung einer jeden Annäherung. Kunst bietet einen Freiraum für Phantasie, für Gefühl und Empfindung, sie bietet Erfahrungen aus erster Hand. Diese zu ermöglichen, Einsichten und Toleranz zu fördern, ist eine der Hauptaufgaben des Museums. Weder Chronologie, noch Typologie der Formen oder Gattungen oder regionale Zusammenhänge gelten als ausschließliche Ordnungsprinzipien der Sammlung. Mit sorgfältig vorgenommenen Gegenüberstellungen von alter und neuer Kunst werden Korrespondenzen geschaffen, die unabhängig von der Entstehungszeit ein verwandtes oder gegensätzliches künstlerisches Anliegen aufdecken. Damit wird das eine immer in der möglichen Wechselwirksamkeit zum anderen bewusst gehalten, freilich ohne solche Kombinationen zum ausschließlichen Präsentationsprinzip machen zu wollen. Der Dialog mit der Kunst findet eine sinnvolle Fortsetzung in Führungen, die als Gespräche über wenige Werke individuelle Fragestellungen der Besucher berücksichtigen und fördern. Die Auseinandersetzung kann mit kostenlos erhältlichen Essays zu einzelnen Werken, in der Benutzung der Bibliothek und im Rückgriff auf die Schriftenreihen des Museums vertieft werden. Bei notwendig freiem Eintritt soll das alltägliche Angebot bestehen, das Museum und seine wechselnden Kontexte als lebenden Organismus kennenzulernen. Mit gezielten Veranstaltungen zur Musik, Literatur, Theologie und Philosophie wird das Spektrum möglicher Korrespondenzen erweitert. Das Museum bietet die Chance, in künstlerischen Setzungen – der alten wie der zeitgenössischen bildenden Kunst und anderer Ausdrucksformen – virulente religiöse Dimensionen erkennbar zu machen; ein Ort des künstlerischen Erlebnisses, ein Museum der Nachdenklichkeit.

B.3 Bauplatz und Architektur
Eine schöpferische Begegnung von Kunst und Betrachter baut auf die Wirkung der Architektur als einem zu den Kunstobjekten hinführenden und nicht von ihnen ablenkenden Element. Erst Architektur, die gebraucht werden darf, die den Menschen nicht als Störfaktor ihrer eigenen Ästhetik ausgrenzt, bindet sich ein in den Lebenszusammenhang, der für das Verstehen des Kunstwerkes wesentlich ist. Als Ort spontaner Kunsterfahrung sich vertiefender Nachdenklichkeit will das Diözesanmuseum kein Straßen- oder Flaniermuseum sein, in dessen gewichtigem Treppenhaus und auf Besuchermassen hin konzipierten breiten Gängen und Sälen die dort untergebrachten Kunstobjekte in der Tat im Vorbeiflanieren und schnell überfliegenden Bemerken wahrgenommen werden. Vielmehr will es entgegen diesem – auch im geistigen Sinne – eher horizontal auf Quantität angelegten Museumstyp ein Museum der Vertikalität sein, das zum Verweilgen einlädt. Die Vorstellung eines Museums, das Mittelalter und Neuzeit verbindet, findet auf Kolumba nicht nur eine entsprechende Kulisse, vielmehr bietet sich die Möglichkeit der eigenen geschichtlichen Verankerung. Der ideale Bauplatz für ein Museum der Vertikalität, zeichnet sich nicht vorrangig durch seine zentrale Lage oder die Passentenfrequenz aus, sondern durch die geistige Dimension des Ortes. An den dort erlebbaren archäologischen Funden römischer Bauten sowie mehrerer Kirchenbauten von frühmittelalterlicher bis spätgotischer Zeit mit zahlreichen, zum Teil nutzbaren Katakombenräumen kann Geschichte als Stadtgeschichte, Kirchengeschichte, Frömmigkeitsgeschichte, Sepulkralgeschichte und Kunstgeschichte ablesbar werden. Gleichzeitig ist es einer der letzten Orte in der Innenstadt von Köln, der die Spuren der fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sichtbar bewahrt hat. Die Ruinen von Kolumba fordern zur mahnenden Vergegenwärtigung auf. Die Architektur des zukünftigen Museums korrespondiert mit den überkommenen Monumenten der Archäologie in ähnlicher Weise wie die mittelalterliche mit der neuzeitlichen Kunst. Die geistige Vertikalität des Museums definiert sich somit in den Koordinaten von Raum und Zeit, in der räumlichen Verbindung mit den Bodendenkmälern und deren integraler Überbauung; sie definiert sich in der geistigen Anbindung an die zurückliegende Geschichte sowie in zeitgenössischen künstlerischen Interpretationen des vorgegebenen Ortes. Der Name Kolumba wird Synonym und Bezeichnung für eine Institution, in der schöpferische Virulenz in Präsentation und Rezeption dominiert. Er trägt der historischen Besetzung des Ortes Rechnung und bildet doch für die Zukunft eine Chiffre, die sich erst über die eigenen Erfahrungen der Besucher zu einer Vorstellung konkretisiert.

C Aufgabenstellung

C.1 Grundstück

C.1.1 Städtebauliche Situation
Der Standort in der Innenstadt von Köln eröffnet neben den angeführten Aspekten einer geschichts-, zeit- und ortsbezogenen Museumskonzeption auch eine Reihe von städtebaulichen Möglichkeiten. Während südlich in der Brückenstraße mit dem von Bruno Paul entworfenen, 1929 fertiggestellten, sogenannten Dischhaus eine bemerkenswert klare, stark horizontal gegliederte Verwaltungsarchitektur gegenüberliegt, lässt die übrige Bebauung in unmittelbarer Nachbarschaft im Osten, Westen und Norden eine städtebauliche Ordnung bislang vermissen. Im Osten liegt das von Hentrich-Petschnigg & Partner 1987 – 1988 errichtete Verwaltungsgebäude des Westdeutschen Werbefernsehens, dessen eigenartige Platzierung sich auf keine ursprüngliche Bebauung berufen kann. Wünschenswert erscheint die Betonung des kleinen Kolumbakirchhofes, der mit dem Bursgäßchen eine Fußgänger-Verbindung zwischen Minoriten- und Brückenstraße herstellt. Im Norden wurde erst 1987 mit dem Neubau des Geschäftshauses Sauer nach dem Entwurf von Ulrich Coersmeier (dt 8) eine bestehende Baulücke an der Minoritenstraße geschlossen. Gleichzeitig kann mit dem neu zu schaffenden Mittelpunkt auch zur Belebung des durch Zerstörung und Wiederaufbau in das Abseits der Einkaufsstraßen Hohe Straße und Schildergasse geratenen Viertels beigetragen werden. Vom südwestlich gelegenen Opernplatz aus wird das Eckgrundstück als zentraler Blickfang wahrgenommen. Die durch die verkehrsreiche Nord-Süd-Fahrt beeinträchtigte Anbindung an Opern- und Schauspielhaus könnte durch die Attraktivität des Museums wieder hergestellt werden, zudem wenn eine geplante Verlegung der Nord-Süd-Fahrt in einen Tunnel hinein langfristig realisiert würde.
Die Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 67451/18 der Stadt Köln sind einzuhalten. Bei Abweichungen sind diese zu begründen. Die Festsetzungen dieses Bebauungsplanes wurden im Zusammenhang mit dem Neubau des Westdeutschen Werbefernsehens an der Ludwigstraße formuliert. Der Auslober erwartet von den Wettbewerbsteilnehmern, dass sie ihre Wettbewerbsbeiträge an diesen Festlegungen orientieren. Begründete Abweichungen werden nach sorgfältiger Prüfung und Dokumentation durch die Vorprüfung vom Preisgericht hinsichtlich ihrer entwurfsbezogenen Plausibilität, ihrer städtebaulichen Qualität und hinsichtlich ihrer denkmalpflegerischen Verträglichkeit bewertet und im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit im Rahmen eines späteren Baugenehmigungsverfahrens beurteilt.

C.1.2 Verkehrserschließung
Das derzeitige Straßensystem soll unverändert bleiben und bedingt, dass der Besucher im Regelfall das Museum fußläufig erreicht. Auf dem Museumsgelände sind Einstellplätze für Besucher nicht vorgesehen. Die Anlieferung erfolgt über die Ludwigstraße.

C.1.3 Architekturgeschichte
Die im Juni 1943 ausgebrannte, am 2. März 1945 schließlich bis auf die Umfassungsmauern zerstörte spätgotische Pfarrkirche St. Kolumba hatte verschiedene Vorgängerbauten, die bis in römische Zeit zurückreichen. Als parochia primaria (1172) nahm die 1135 erstmals urkundlich erwähnte Kirche unter den Altkölner Pfarreien den ersten Platz ein. Reste von antiken Wohnhäusern haben wahrscheinlich bis in karolingische Zeit hinein das Gelände geprägt. In das späte 7. Oder 8. Jahrhundert, auf jeden Fall in fränkische Zeit, wird ein kleiner Apsidenbau datiert, der im 9. Jahrhundert durch eine wenig nördlich davon errichtete Saalkirche mit Ostapsis ersetzt wurde. Fast in jedem Jahrhundert erfuhr der jeweils bestehende Bau eine der wachsenden Zahl der Gemeindemitglieder Rechnung tragende Erweiterung. Im 11. Jahrhundert folgte ein dreischiffiger Neubau mit einer 5-Nischen Apsis im Osten und zwei Nebenapsiden, der im 12. Jahrhundert zweimal erweitert wurde. Im 13. Jahrhundert wurden ein zweites südliches Seitenschiff, Emporen und der westlich vorgelagerte Turm angefügt. Im 15. Jahrhundert – die bevölkerungsreichste Pfarrei Kölns zählte inzwischen 8000 Seelen – entschied man sich zu dem bis in das 16. Jahrhundert andauernden Neubau der fünfschiffigen spätgotischen Hallenkirche unter teilweiser Verwendung der älteren Grundmauern. Die damals angelegten zahlreichen Grüfte unter St. Kolumba und die erhaltenen Grabplatten zeugen von der Beliebtheit der Kirche als letzte Ruhestätte wohlhabender Kölner Familien. Im 17. Jahrhundert folgte die Barockisierung des Innenraumes, die 1890 durch eine historistische Ausstattung abgelöst wurde. Die ursprünglich reiche Ausstattung ist weitgehend zerstreut bzw. der Kriegszerstörung zum Opfer gefallen. Um 1460 stiftete der Bürgermeister Godart Wasservas die nach ihm benannte nördlich angefügte Kapelle, und den darin aufgestellten Dreikönigsaltar des Rogier von der Weyden, der gemeinsam mit dem Bartholomäusaltar des nach ihm benannten Meisters im 19. Jahrhundert mit der Sammlung Boisserée in die Alte Pinakothek nach München gelangte. Der bis 1720 vollendete, weitgehend kriegszerstörte barocke Hochaltar wurde in rekonstruierter Form beim Wiederaufbau der Kirche St. Gereon dort eingefügt. Lediglich die „Trümmermadonna“ aus der Zeit um 1470 blieb an ihrem ursprünglichen Ort erhalten.

C.1.4 Kapelle ‚Madonna in den Trümmern‘
1948 beauftragte Josef Geller, der damalige Pfarrer von St. Kolumba, den Kirchenbaumeister Dominikus Böhm mit dem Bau einer Kapelle zur Verehrung der nach dem verheerenden Angriff vom März 1945 an einem Pfeiler der ehemaligen gotischen Kirche stehengebliebenen Madonna in den Trümmern und als Ersatz für die im Krieg völlig zerstörte Kirche. Böhm gab den Auftrag an seinen Sohn Gottfried weiter, dessen erstes eigenständig durchgeführtes Projekt die Kolumba-Kapelle wurde. Böhm baute die Reste des Turmgeschosses und der ehemaligen westlichen Vorhalle zu einem Laienschiff auf rechteckigem Grundriss aus, das er mit einem zeltartigen, geschweiften Satteldach versah. Daran schließt sich der oktogonale, durch acht schmale Pfeiler ausgeprägte, ansonsten durchfensterte Altarraum an. Licht und Dunkelheit stehen sich in diesen beiden, mit den Steinfragmenten der Ruine errichteten Bauteilen kontrastreich gegenüber.
1956 – 1957 wurde nach Norden eine Sakramentskapelle auf rechteckigem Grundriss als schlichter Kubus hinzugefügt. Als einer der frequentiertesten Orte des Gebets und u. a. ausgestattet mit Werken von Georg Meistermann, Ewald Mataré, Ludwig Gies und Elisabeth Treskow soll dieses hochrangige gesamtkünstlerische Ensemble zeitgenössischer Sakralkunst um 1950 vollständig erhalten bleiben. Erforderlich ist eine Umbauung, die den Kapellenbau in seiner äußeren Schlichtheit und in der reizvollen inneren Lichtwirkung nicht beeinträchtigt.

C.1.5 Klostergebäude Kolumbastraße
Das ehemalige Klostergebäude der zwischenzeitlich umgesiedelten Minoriten steht, wenn es nicht sinnvoll zu nutzen ist, zur Disposition.

C.2 Neubau

C.2.1 Eingang/Bistro/Werkraum/Pfarrei

C.2.1.1 Eingang/Foyer/Katalogverkauf/Garderobe
Der Unterschied des Museums zu vorwiegend kommerziell genutzten Bauten soll vom Besucher beim Eintreten unmittelbar wahrgenommen werden. Die Wegführung sollte eindeutig sein. Die Begegnung mit Kunstwerken steht auch im Foyer im Vordergrund, insofern es in der Hauptsache der größte Ausstellungsraum ist, der bei umfangreicheren Wechselausstellungen den Mittelpunkt bilden kann. Gleichzeitig dient das Foyer als Ort von Veranstaltungen, etwa im Musik- oder Performancebereich. Die dazu notwendige Technik und Bestuhlung steht auf mobilen Elementen zur Verfügung, die im Keller gelagert werden. Die Atmosphäre sollte einladend, der Zugang zu den übrigen Funktionsbereichen eindeutig, Sitzgelegenheiten vorhanden sein. Im Katalogverkauf, für den kein eigener Raum gewünscht wird, werden vorwiegend museumseigene Publikationen und Drucksache, darunter ungewöhnlich zahlreiche Postkartenmotive der Sammlung angeboten. In der Garderobe werden verschließbare Spinde zum Verstauen von Mänteln und Taschen für etwa 100 Besucher benötigt. Darüber hinaus sollten für Sonderveranstaltungen Kleiderhaken und Ablageregale für etwa 400 Personen zur Verfügung stehen.

C.2.1.2 Besuchertoiletten
In Nähe zum Foyer. Größe entsprechend dem Bedarf von etwa 100 Besuchern, die sich im Museum zeitgleich aufhalten (bzw. 400 Besuchern bei Veranstaltungen). Dauerhafte und leicht zu reinigende Ausstattung.

C.2.1.3 Raum für Wachpersonal
Der Aufenthaltsraum für Wachpersonal sollte zentral in der Nähe der verschiedenen Ausstellungsebenen gelegen sein. In dem Raum werden sich wechselweise maximal vier Personen aufhalten. Spinde zur Unterbringung persönlicher Dinge sollten für fünfzehn Personen zur Verfügung stehen. In diesem Raum sind Wasseranschluss und Spüle erforderlich.

C.2.1.4 Alarmsicherung
Jeder Raum des Gebäudes muss mit einer möglichst unauffälligen Sicherheitstechnik gegen Feuer und Einbruch alarmgesichert sein. Eine Sicherung von einzelnen Kunstwerken ist nicht beabsichtigt. Der geeignete Standort für eine Alarmzentrale ist im Eingangsbereich.

C.2.1.5 Bistro
Ein kleiner öffentlicher Restaurationsbetrieb erfüllt als Treffpunkt, Kommunikations- und Lektüre-Ort mehrere, über ein herkömmliches Museumscafé hinausgehende Funktionen. Das Bistro wird auf wenig Raum etwa 80 Personen Platz bieten und möglicherweise in Zusammenarbeit mit einem noch auszuwählenden Künstler gestaltet werden. Es wird auch außerhalb der Öffnungszeiten und unabhängig vom Eintritt in das Museum besucht werden können, privatwirtschaftlich betrieben werden und vom Straßenniveau aus erreichbar sein. Eine während der Öffnungszeiten bestehende Anbindung an das Foyer des Museums muss nach Schließung des Museums unterbrochen werden können. Die Anbindung an einen Innenhof wäre wünschenswert. Angeschlossen sind ein Wirtschaftsraum und ein Lager für Getränke und Lebensmittel.

C.2.1.6 Werkraum
Die pädagogische Arbeit des Museums richtet sich neben regelmäßigen Führungen vor allem auf die gestalterische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kunsthistorische Übungen werden vor den Originalen abgehalten. Orientiert an den grundsätzlichen Übungen des am Bauhaus in Weimar und Dessau entwickelten „Vorkurs“ soll in einem Werkraum im Umgang mit einfachen Materialien eigene Kreativität erfahren und gefördert werden. Der Raum, in dem Gruppen bis etwa 25 Personen arbeiten können, soll mit einigen Waschbecken, Tischen und ausreichender Regelfläche zur Lagerung von Materialien ausgestattet sein. Tageslicht ist in diesem Raum unbedingt erforderlich.

C.2.1.7 Räume der Pfarrei St. Kolumba
Angebunden an die Nordseite der Kapelle „Madonna in den Trümmern“ werden ein Sakristeiraum, ein Beichtraum und ein Aufenthaltsraum für den Priester gefordert. Diese Räume müssen von der Kapelle aus erreichbar sein. Die Beheizung der Kapelle, die derzeit vom Keller des Klostergebäudes aus erfolgt, muss bei der Planung mit berücksichtigt werden.

C.2.2 Ausstellungsräume

C.2.2.1 Charakter
Die Ausstellungsräume sind nicht auf bestimmte Kunstwerke festgelegt. Sie sollen grundsätzlich wechselweise, auch zu Sonderausstellungen und anderen Veranstaltungen bespielt werden können. Der ideale Ort ganzer Abteilungen oder einzelner Kunstwerke und deren Gruppierung zueinander wird erst nach Fertigstellung der Ausstellungsräume festgelegt. Der Charakter der Ausstellungsräume soll ruhig und zurückhaltend sein. Der Komplexität des Bauplatzes sowie der Heterogenität der Sammlung Rechnung tragend, können sich in verschiedenen Räumen verschiedene Stimmungen ausprägen, die durch einen Wechsel etwa in der Proportion, im verwendeten Material oder im Lichteinfall bestimmt werden. Auch im Hinblick auf ihre technische Ausstattung können die Räume verschiedene Varianten – etwa von Vollklimatisierung bis Nichtklimatisierung – aufweisen, sofern ein stabiles Raumklima grundsätzlich gewährleistet ist. Der Besucher soll animiert werden, in den Räumen länger zu verweilen. Wünschenswert sind einige Ausblicke, die der exponierten Lage des Gebäudes mit Stadtpanorama und Domblick Rechnung tragen.

C.2.2.2 Größe und Proportion
Ungeachtet der einzubeziehenden Ausgrabung- Innenhofflächen werden etwa 1600 m² Gesamt-Ausstellungsfläche erwartet: 7 Haupträume, etwa für Wechselausstellungen, für größere Werkzyklen einzelner Künstler und in der Sammlung vorhandene thematische Schwerpunkte, mit einer variierenden Grundfläche von 75 – 150 m² und einer entsprechenden Deckenhöhe von mindestens 5 m; 12 Nebenräume für kleinere Werkgruppen und Themen mit variierender Grundfläche von 25 – 75 m² und einer Deckenhöhe von etwa 4 m; 10 Kabinette und Raumnischen mit variierender Grundfläche von 5 – 20 m² bei einer Deckenhöhe von 4 m, die als thematische Verbindungen, konzeptuelle Gelenkstellen, für singuläre Hauptwerke und gezielte temporäre Installationen zeitgenössischer Künstler genutzt werden sollen. Grundsätzlich geht Qualität vor Quantität. Es werden im Hinblick auf Proportion, Größe und Belichtung optimale Raumbedingungen angestrebt, auch wenn sich dadurch möglicherweise weniger als 1600 m² Ausstellungsfläche ergeben sollten.

C.2.2.3 Anordnung
Die Anordnung der Ausstellungsräume soll keinem starren Schema folgen, sich vielmehr als eine lebendige Folge kleinerer und größerer Räume darstellen. Dabei können sich Durchblicke ergeben, ohne dass die einzelnen Räume unruhig wirken. Der Besucher wird nicht auf nur einem möglichen, etwa chronologischen Rundgang geführt, vielmehr bilden sich Haupt- und Nebenwege heraus, die bei wechselweiser Begehung die vielfältigen Beziehungen der ausgestellten Werke erlebbar werden lassen.

C.2.2.4 Wände, Böden, Decken
Ausstellungswände sind Gebrauchswände. Bilder werden mit gedübelten oder genagelten Haken unmittelbar an die Wand gehängt. Das Material der Wände muss diesem Wechsel Rechnung tragen. Die Wände sollen einen feststehenden, tragenden Eindruck vermitteln, in Struktur und Faktur eben und gleichmäßig und von hoher Tiefenwirkung sein. Es ist zu berücksichtigen, dass Wände – wenn nicht als Bildträger – als Hintergrund für vor ihnen stehende Objekte dienen. Wie die Wand als Träger von Bildern, so stellt der Fußboden das optische Umfeld bei freistehender Plastik. Eine gleichmäßige Struktur ist hier ebenfalls erforderlich. Die Fußböden sollten im Material griffig sein und keine hervorgehobene Eigenfarbe besitzen. Wände, Böden und – vor allem bei Räumen mit geringerer Höhe - Decken bilden das optische Umfeld. Für alle ist die Gleichmäßigkeit einer Struktur wesentlich, deren notwendige Zurückhaltung die Kunst dominieren lässt.

C.2.2.5 Licht und Beleuchtung
Licht ist einer der entscheidendsten Faktoren, von denen das Gelingen einer lebendigen Auseinandersetzung mit Kunst abhängt. Die Atmosphäre von Kolumba soll durch den vorherrschenden Eindruck des wechselnden Tageslichtes und nicht durch die Künstlichkeit gleichbleibender Lichtquellen bestimmt sein. Zur Steigerung des Raumerlebnisses und um verschiedene Bedingungen für Kunstwerke herzustellen, kann der Einfall des Lichtes in den Räumen wechseln. Während Oberlicht grundsätzlich wünschenswert ist, bietet Seitenlicht für einige Kunstwerke enorme Wirkungsmöglichkeiten. Die Öffnungszeiten des Museums garantieren zu allen Jahreszeiten ausreichendes Tageslicht, auch wenn an späten Winternachmittagen die Werke in einigen Räumen ins Halbdunkel gleiten werden. Aus konservatorischen Gründen wird es zuweilen notwendig sein, das Tageslicht zu dämpfen oder aber indirekt in den Raum einfallen zu lassen. Dort, wo Kunstlicht ergänzend oder als einzige Lichtquelle unverzichtbar ist, wird eine weiche räumliche Ausleuchtung erwartet.

C.2.2.6 Eingebaute Vitrinen
Das auf den Eindruck von wechselndem Tageslicht aufbauende Gesamtkonzept, könnte an einigen Stellen auch auf solche Objekte bezogen werden, die herkömmlicherweise in Ganzglasvitrinen ausgestellt werden, mit denen oft jede Raumwirkung verhindert wird. Denkbar sind feste vitrinenartige Einbauten, die mit Tageslicht belichtet sind.

C.2.2.7 Sitzgelegenheiten
In den meisten Museen werden von den Besuchern geeignete Sitzmöglichkeiten vermisst. Man ist gezwungen umherzulaufen, statt in der Gegenwart der Kunstwerke auszuruhen. Ein Museum der Nachdenklichkeit wünscht sich unauffällige, möglicherweise zum Teil fest integrierte Sitzgelegenheiten, die durch eine mobile Bestuhlung ergänzt werden können.

C.2.2.8 Raumklima
Unkonventionelle Vorschläge zur Erreichung eines stabilen Raumklimas sind im Wettbewerb gefragt, dafür geeignete Baustoffe und Konstruktionsmethoden unbedingt zu berücksichtigen. Ein gleichmäßiges, stabiles Raumklima ist die unbedingte Voraussetzung zur Konservierung der Kunstwerke. Dabei gelten in der Regel eine Luftfeuchtigkeit von ca. 55 % und eine Raumtemperatur von 17 – 22 °C als ideale Bedingung. Diese Werte sind in allen Ausstellungsräumen vorgeschrieben. Abgesehen davon, dass technische Einrichtungen in Ausstellungsräumen als optische oder akustische Beeinträchtigung empfunden werden, lehren Erfahrungen mit umfangreichen klimatechnischen Einbauten, dass der hierin betriebene Aufwand im Verhältnis zur erreichten Wirkung hinterfragt werden muss.

C.2.2.9 Multimedia-Möglichkeiten
Statt eines eigenen Multimediaraumes mit fest installierten technischen Einrichtungen, sollen Räume wechselweise zu multimedialen Veranstaltungen genutzt werden. Entsprechend der intermedialen Ausrichtung des Museums ist an Vortragsabende ebenso gedacht, wie an kleinere Musik- oder Theaterveranstaltungen, die auf diese Weise teilweise in der Nähe der Kunstwerke stattfinden können. Die erforderliche Technik (Mikrofone, Verstärker, Lautsprecher, Projektoren, Leinwand, Bühnenelemente etc.) wird auf rollbaren Modulen verfügbar sein und im Kellergeschoß gelagert werden. Gleiches gilt für die stapelbare/klappbare Bestuhlung.

C.2.2.10 Ausgrabung und ehemalige Sakristei
Die Ausgrabungen sind vollständig zu erhalten. Punktuelle Unterkellerungen und Gründungen sind nur in den vorgegebenen Flächen möglich (auf dem beiliegenden Grabungsplan grau unterlegt). Die Überbauung der Ausgrabungsfläche sollte diese nicht zu einem abgeschlossenen Innenraum werden lassen. Die Konservierung des Baudenkmals ist am ehesten gewährleistet, wenn die derzeitige Außensituation erhalten bleibt. Die Ausgrabung soll durch einen begehbaren Weg ausgehend vom Bodenniveau der ehemaligen gotischen Kolumba-Kirche in H. 52.20-52.40 m u. NN im Langhaus und H. 53.50 m ü. NN im Chor erschlossen werden. Als einziger Bereich von Kolumba wird dieser Weg durch die Ausgrabung nicht behindertengerecht sein. Von dort ergeben sich Einblicke in die Baugeschichte, möglicherweise Einstiege in wieder geöffnete und zum Teil künstlerisch besetzte Grüfte. Das nördliche Seitenschiff kann Teil der geschlossenen Ausstellungsräume werden. Angestrebt ist ein spannungsreiches Gegenüber von Ruine und mittelalterlicher und moderner Kunst sowie Ausblicke auf die tieferliegende Grabungsfläche. In der ehemaligen Sakristei, deren Zustand bis hin zum erhaltenen Bodenbelag ebenfalls unverändert respektiert wird, kommt ein Werk des Bildhauers Richard Serra zur Aufstellung, das Serra für diesen Ort vorgesehen hat (The Drowned and the Saved/Die Untergegangenen und die Geretteten). Der Zutritt erfolgt durch die vorhandene, mit zwei Stufen abgetreppte, ehemalige Sakristei-Türe. Die Überbauung dieses Raumes sollte die derzeitige Offenheit des Gewölbes nicht mindern.

C.2.2.11 Innenhof, -höfe
Ein Teil des sich an die Nordwand der Kirchenruine anschließenden Innenhofes soll nach Möglichkeit auch im Neubau erhalten bleiben. Durch geeignete Bepflanzung könnte er zu einem ruhigen kleinen Garten inmitten der Architektur gestaltet werden. Weitere Innenhof-Situationen wären wünschenswert.

C.2.3 Verwaltung
Das Ausstellungskonzept – einzelne Räume zu offenen Raumfolgen zu verbinden – soll sich im Verwaltungsbereich fortsetzen, insofern den Mitarbeitern/innen zwar abgeschlossene Arbeitsbereiche zur Verfügung stehen, deren Anordnung jedoch kommunikationsfördernd ausgerichtet ist, damit ein unbürokratischer Informationsfluss unter den Mitarbeitern/innen gewährleistet ist. Dabei sollen Gangflächen platzsparend auf ein Minimum reduziert werden. Der Verwaltungsbereich ist nicht klimatisiert.

C.2.3.1 Sekretariat
Ein Hauptsekretariat, das gleichzeitig als Ort der Aktenablage dient, und ein Nebensekretariat, das gleichzeitig den Empfang im Verwaltungsbereich bildet, können fließend ineinander übergehen. Benötigt werden ferner ein angeschlossener Kopier- und Lagerraum sowie eine Kaffeeküche.

C.2.3.2 Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen
Das Direktorenzimmer wird gleichzeitig für Besprechungen mit bis zu zehn Teilnehmern genutzt werden. Für größere Besprechungen soll die Bibliothek zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen vier Arbeitszimmer erforderlich, deren Größe den Aufenthalt von etwa zwei Besuchern zulässt. Als Grundausstattung werden ein Arbeitsplatz mit integriertem Computer, Bücherregale, ausreichende Ablagemöglichkeiten sowie jeweils eine freie Wandfläche zur wechselnden Hängung von Kunstwerken vorgesehen. Entsprechend der neueren Entwicklung in der computergesteuerten Inventarisation von Museumsbeständen ist ein weiteres Arbeitszimmer erforderlich, das ausschließlich dieser Nutzung vorbehalten bleibt. In ihm soll sinnvollerweise auch die Hängeregistratur Sammlungsstücke untergebracht werden.

C.2.3.3 Bibliothek
Die Bibliothek ist halb öffentlich. Sie steht den Mitarbeitern/innen des Hauses und Interessenten mit wissenschaftlichem Anliegen zur Verfügung. Gleichzeitig soll sie als kommunikativer Ort zu größeren Besprechungen dienen. Der Raum soll für einen Bestand von ca. 50.000 Bänden ausgelegt sein und über die übliche Ausstattung mit Katalog, Microfiche-Lesegerät und Computer-Terminal verfügen. In der Nähe der Arbeitstische werden zum Anschluss von Kleincomputern etc. Steckdosen benötigt. Tische und Stühle sollten jedoch frei kombinierbar sein, damit sowohl kleinere Arbeitsplätze – etwa für Praktikanten/innen – als auch größere Einheiten – etwa zu Katalogvorbereitungen und Besprechungen – daraus zusammengestellt werden können. Für die Leitung der Bibliothek soll ein separater Arbeitsplatz in der Bibliothek zur Verfügung stehen.

C.2.3.4 Präsentationsraum
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Bibliothek gelegen, werden in diesem Raum kleinere Objekte und Arbeiten auf Papier zur wissenschaftlichen Bearbeitung nach Anmeldung vorgelegt. Es sollten sich an Arbeitstischen etwa drei Personen gleichzeitig aufhalten können.

C.2.3.5 Toiletten (Verwaltung/Bibliothek)
Die Toiletten im Verwaltungsbereich sind auch für die Besucher der Bibliothek zu nutzen.

C.2.4 Restaurierung

C.2.4.1 Restaurierungswerkstätten
Benötigt werden eine größere Werkstatt zur Restaurierung von Malerei und Skulptur sowie eine kleinere zur Restaurierung von Arbeiten auf Papier. Beide Werkstätten, vor allem jedoch die größere, müssen mit natürlichem Licht gut erhellt sein; Nordlicht wäre optimal, jedoch nicht unbedingt zwingend. Eine Klimatisierung der Räume ist bei Beachtung der auch sonst geforderten Raumbiologie nicht notwendig, jedoch sind besondere Be- und Entlüftungsvorrichtungen einzuplanen. Ein abgetrennter Werkstattraum für gröbere Schreinerarbeiten ist ebenso vorzusehen, wie ein Wässerungsraum in der Papierrestaurierung. Die optimale Anbindung der Werkstätten an den Lastenaufzug ist erforderlich. Die entsprechenden Depots sollten gut erreichbar sein.

C.2.4.2 Fotostudio
Ein hoher Raum ohne Tageslicht mit guten Ausleuchtungsmöglichkeiten (Gemälde und Skulpturen) und angrenzender Dunkelkammer sowie Röntgenraum. In Wand und Boden den Ausstellungsräumen vergleichbar.

C.2.5 Anlieferung/Depot/Lagerung/Technik

C.2.5.1 Anlieferung
Zur Anlieferung von Kunstobjekten, Drucksachen und Ausstellungsmaterialien ist die Anfahrtmöglichkeit eines LKWs möglichst nahe zum Lastenaufzug vorzusehen. Das Be- und Entladen muss ohne Sicherheitsrisiko durchführbar sein und darf den Museumszugang für das Publikum nicht behindern.

C.2.5.2 Depots
Das Depot gliedert sich aufgrund unterschiedlicher konservatorischer Vorgaben in mehrere Räume. Benötigt werden: a) ein vollständig klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 4 m für Gemälde und Textilien, ausgestattet mit Hängerollgittern, großen Schubladenschränken etc.; b) ein vollständig klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 3 m für Objekte aus Holz, ausgestattet mit Regalen und Schränken; c) ein nicht notwendigerweise klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 3 m für Metall- und Steinarbeiten sowie Kleinobjekte; d) ein vollständig klimatisiertes Depot für Arbeiten auf Papier mit einer Deckenhöhe von 3 m. Es dient der Aufbewahrung von Arbeiten auf Papier, die einen Schwerpunkt in der Sammlung des Museums bilden. Der Raum wird mit Aufbewahrungsschränken und mehreren großen Arbeitstischen ausgestattet sein, die zur Vorbereitung von Ausstellungen dienen. Die Luftfeuchtigkeit sollte – vom übrigen Raumklima abweichend – 50 % betragen. Die Ausstattung dieses Raumes erfolgt aus konservatorischen Gründen weitestgehend ohne Holz. Der gesamte Depotbereich muss unmittelbar an den Lastenaufzug sowie an die Anlieferung angebunden sein. Alle Depoträume sollten einen gleichmäßigen Luftaustausch in allen Raumecken aufweisen und zur Ausschließung von Gefahrenquellen freigehalten sein von jeglichen Wasser- und anderen Rohrleitungen.

C.2.5.3 Hausmeisterraum
Der Raum benötigt Tageslicht. Die Regelung von Heizungs- und Klimatechnik sollte von hier erfolgen.

C.2.5.4 Toiletten (Depot)
Toiletten für Mitarbeiter/innen sowie eine Dusche mit Umkleidemöglichkeit.

C.2.5.5 Lager- und Packräume
Benötigt werden ein Lagerraum zur Aufbewahrung der stapelbaren Bestuhlung (für Vorträge/Filme/Konzerte), eines mobilen Podiums, der zu lagernden Ausstellungs-Sockel und –Vitrinen und weiterer Materialien, die bei Veränderungen in der Schausammlung benötigt werden. Ein weiterer Lagerraum dient der Aufbewahrung von museumseigenen Drucksachen. Eine Anbindung an den Lastenaufzug ist für beide Räume erforderlich. Ein separater Raum dient als Packraum für Kunst und andere Dinge.

C.2.5.6 Heizungs- und Klimatechnik
Räumlichkeiten nach Bedarf entsprechend den Anforderungen.

C.2.6 Verkehrswege

C.2.6.1 Treppenhaus, -häuser/Personenaufzug
Die vier wesentlichen Bauteile – Ausstellungsbereich mit Ausgrabung, Verwaltung mit Bibliothek, Restaurierung mit Depot sowie Eingang/Foyer und Bistro – sollen durch ein Haupttreppenhaus miteinander in der Weise verbunden sein, dass die funktionale Trennung öffentlicher und halböffentlicher Wege auch ohne Beschilderung deutlich ist. Dem räumlich eigenständigen Treppenhaus muss ein Personenaufzug angegliedert sein. Es muss die sicherheitstechnisch notwendige Abgrenzung der einzelnen Bauteile gewährleisten, weshalb alternativ erwogen werden kann, den Verwaltungsbereich über ein eigenes Treppenhaus zu erschließen.

C.2.6.2 Lastenaufzug
Der Lastenaufzug dient dem Transport der Kunstwerke. Er muss für deren maximale Größe ausgelegt werden, also ca. 2 m breit, 4 m hoch und 4 m tief sein. Der Aufzug schafft eine vertikale Achse, die notwendigerweise Anlieferung, Depot und Restaurierung mit den Ausstellungsräumen verbindet. Alle Ausstellungsebenen, auch weniger hohe, sollen mit ihm angefahren werden können. Über ausreichend dimensionierte Zugänge sollen alle Ausstellungsräume von ihm aus erreichbar sein.

C.3 Hinweise zur Ausführung

C.3.1 Umgang mit den vorhandenen Fragmenten
Die Bedeutung der Ausgrabung und der Ruine als Dokument von Zeitabläufen, von Aufbau und Zerstörung im Wechsel der Geschichte, ist gebunden an die Glaubwürdigkeit des überkommenen Zustandes. Für Kolumba gilt die Gefahr einer Ästhetisierung dieser Fragmente in besonderem Maße, da ihre Einbeziehung in den Kontext der Wahrnehmung und die Errichtung eines Neubaus, der die Komplexität des bereits Vorhandenen zusammenbindet, zur Aufgabe steht. Grundlage einer sinnvollen Einbeziehung der vorhandenen Substanz ist die Respektierung auch ihrer Details, was die Rekonstruktion einzelner Bereiche weitestgehend ausschließt. Dies gilt etwa für die ausgegrabenen Umfassungsmauern des ersten nach römischen Sakralraumes ebenso, wie für die durch den Einsturz der Kirche verbogenen Zuganker, die aus den Wänden ragen, oder die in den 70er Jahren improvisierte Vermauerung einer Türe an der nördlichen Sakristeiwand. Die Gesamtheit der Fragmente ist wesentlich für die Wahrnehmung des Kontinuums von Geschichte an diesem Ort. Kunstwerke, die auf die vorhandene Situation reagieren und auf ihre Weise eine Spurensuche und –erhaltung betreiben, werden dieses Kontinuum ebenfalls verdeutlichen (so z. B. die Arbeiten von Dorothee von Windheim und Bill Fontana). Die Erhaltung der Architekturfragmente und ihre Anbindung an den Neubau wird im Detail von zahlreichen individuell zu entscheidenden Lösungen begleitet werden, bei denen grundsätzlich ein Verzahnen, ein Miteinander alter und neuer Architektur anzustreben ist, um die Würde der Ruine zu wahren.

C.3.2 Gestaltung und Material
Ein zeitgenössischer – also auch auf seine Zeit reagierender – Neubau kann die Spuren von Geschichte nicht mitliefern, anderenfalls würde er zu einer historisierenden Kulisse geraten. Er kann aber durch seine Gestaltung, durch die Wahl der Materialien und deren gedanklich antizipierter Alterung offenlegen, wie weit er die zukünftigen Spuren seiner Benutzung zulassen und eine zeitlose Schönheit aus deren Wirkung ableiten möchte. Die Zielvorstellung, auf Kolumba Kunstwerke bestmöglich erleben zu können, überträgt sich auf alle gestalterischen Fragen des Neubaus. Eine Zurücknahme in der Eigenwertigkeit aller Details erscheint gegenüber der Verschiedenartigkeit der Objekte als notwendige Voraussetzung, um den Dialog mit der Kunst nicht zu behindern. In den meisten Museen wird die Wahrnehmung durch Elemente der Haus- und Ausstellungstechnik (ungünstig platzierte Steckdosen, Lüftungsschlitze, aufwendige Vitrinen etc.) zu sehr in Anspruch genommen. Um dem entgegenzuwirken, legen wir Wert auf den eindeutigen Gebrauchswert des architektonischen Details, der dieses von der Kunst unterscheidet. Gestaltung wird in der Reduktion auf Wesentliches sichtbar, weshalb bei allen Fragen die Einfachheit der Lösung maßgeblich ist. Funktionalität besteht unter Berücksichtigung aller restauratorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen gerade auch darin, die materielle Präsenz des Kunstwerkes nicht zu beeinträchtigen, da sich in ihm Material und Bedeutung untrennbar verbinden. Um eine Konkurrenz der unterschiedlichen Bedeutungsebenen zu vermeiden, sollte von den Materialien der Architektur eine selbstverständliche Wirkung in Bezug auf Ort und Funktion ausgehen. Im Hinblick auf konservatorische Anforderungen wird die Speicherfähigkeit der vorgeschlagenen Materialien mit beurteilt.

C.3.3 Ökologie
Ein verantwortlicher Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Grundstück und der bestehenden Bauaufgabe schließt die Berücksichtigung ökologischer Aspekte unmittelbar ein. Gerade ein Museum der Nachdenklichkeit sollte vorhandene Erkenntnisse und Möglichkeiten ökologischen Bauens nutzen und besonders im Hinblick auf die Wahl und Verarbeitung der Baustoffe sowie auf die Minimierung von Unterhaltungsaufwand und Energieverbrauch wegweisend sein.

D Ergebnis des Rückfragenkolloquiums
Das Ergebnis des Rückfragenkolloquiums, welches in Anwesenheit von ca. dreihundert Architekten am 3. Februar 1997 im Kölner Maternushaus stattfand, wurde den angemeldeten Architekten als schriftliches Protokoll zugeschickt. Themenschwerpunkte des Kolloquiums waren die Erläuterung der Abstandsflächen des Bebauungsplanes, der geforderte Erhalt und die Einbeziehung der Bodenfunde und ihre mögliche Belastung, wie auch die Belastbarkeit der Ruinenmauern und die Berücksichtigung der Kapelle. Im Anschluss an das Kolloquium ergab eine Überprüfung des Bebauungsplanes, dass ein Anbau an der nördlichen Grundstücksgrenze möglich ist. Auf diese Veränderung wurde im Protokoll ausdrücklich hingewiesen. Ferner wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass entwurfsbegründete Abweichungen vom Bebauungsplan bei Beachtung der notwendigen Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden zulässig seien. Die entwurfsbedingte Plausibilität, ihre städtebauliche Qualität und ihre denkmalpflegerische Verträglichkeit würden vom Preisgericht im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit im Rahmen eines späteren Baugenehmigungsverfahrens beurteilt. Dem Protokoll beigefügt wurden: ein Raum- und Funktionsprogramm in schematischer Darstellung; ein Plan des städtebaulichen Ideenwettbewerbes zur Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt; eine Modelleinsatzplatte; ein Auszug aus dem Grundstückskaufvertrag; ein Lageplanausschnitt mit Abstandsflächen und Wegerechten. Es wurden weitere Besichtigungstermine des Grundstückes bekanntgegeben.

© Diözesanmuseum Köln/ Kolumba 1996

Kunstmuseum
des Erzbistums Köln

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KOLUMBA :: Architektur :: Ausschreibung

»Zum ersten Mal ein Glücksfall: die Ausschreibung für das Diözesanmuseum in Köln! Man sollte sie einrahmen.« (Max Bächer, DAB, 3/1997);

Vollständiger Auslobungstext
des Architekturwettbewerbs für den Neubau Kolumba
(ausgegeben im Dezember 1996)

Präambel
»Zur Sensibilisierung von Wahrnehmung: Wir wünschen uns ein lebendes Museum bezogen auf die Realität und die Würde des Vorhandenen, eine raumschaffende Architektur, zurückhaltende und langlebige Materialien, ein Minimum an Technik, Einfachheit und Funktionalität im Detail, eine sorgfältige und materialgerechte Ausführung, einen selbstverständlichen Ort für die Menschen und die Kunst.«

A Wettbewerbsverfahren

A.1 Auslobung

A.1.1 Auslober
Auslober ist das Erzbistum Köln, vertreten durch den Generalvikar. Wettbewerbsbetreuung und Vorprüfung: Erzbischöfliches Bauamt, Marzellenstraße 32, 50668 Köln

A.1.2 Art des Wettbewerbes
Das Erzbistum Köln schreibt einen offenen und anonymen Realisierungswettbewerb mit Zuladungen für den Neubau des Diözesanmuseums an St. Kolumba in Köln aus.

A.1.3 Zulassungsbereich
Der Zulassungsbereich ist das Gebiet der Erzdiözese Köln.

A.1.4 Teilnahmeberechtigung
Teilnahmeberechtigt sind selbstständige Architekten/innen, die in die Architektenliste eingetragen sind und ihren Wohn- oder Geschäftssitz seit mindestens drei Monaten im Gebiet des Erzbistums Köln haben. Arbeitsgemeinschaften gelten als ein Teilnehmer, jedes Mitglied muss die vorstehenden Bedingungen erfüllen. Jeder Wettbewerbsteilnehmer darf nur eine Wettbewerbsarbeit abgeben, Alternativen sind nicht zugelassen. Sollten die zugeladenen Architekten die Bildung von Arbeitsgemeinschaften beabsichtigen, muss der/die Partner/in die o. a. Bedingung erfüllen.

A.1.5 Zuladungen
Carlo Baumschlager/Dietmar Eberle, Lochau (A) – Ben van Berkel, Van Berkel & Bos, Amsterdam (NL) – David Chipperfield Architects, London (GB), Annette Gigon/Mike Guyer, Zürich (CH) – Christoph Mäckler, Frankfurt/M. (D) – Paul Robbrecht/Hilde Daem, Gent (B) – Peter Zumthor, Haldenstein (CH)

A.1.6 Teilnahmehindernisse
Nicht teilnahmeberechtigt sind Studierende, Personen, die unmittelbar an der Ausarbeitung der Wettbewerbsaufgabe und/oder der Auslobung beteiligt sind, Preisrichter/innen, Sachverständige ohne Stimmrecht, Vertreter/innen der Preisrichter/innen, Vorprüfer/innen.

A.1.7 Wettbewerbsaufgabe
Die Aufgabe des Wettbewerbes besteht im Entwurf für den Neubau des Diözesanmuseums auf dem Grundstück der im Zweiten Weltkrieg bis auf die Umfassungsmauern zerstörten Kirche St. Kolumba in der Kölner Innenstadt unter Einbeziehung aller vorhandenen Fragmente. Mit dem Neubau soll am Ende des 20. Jahrhunderts auf der Grundlage eines erweiterten Kunstbegriffes eine zukünftige Form musealen Selbstverständnisses realisiert werden (siehe Teil B und C).

A.1.8 Preisgericht
Fachpreisrichter: Dipl. Ing. Prof. Max Bächer, Darmstadt (wurde bei Beginn des Preisgerichtes zum Vorsitzenden gewählt) – Dipl. Ing Ivan Chlumsky, Lübeck – Dipl. Ing. Hartmut Hoferichter, Stadtplanungsamt Köln (anstelle von Dipl. Ing. Christoph Blume, ehem. Hochbaudezernent der Stadt Köln) – Dipl. Ing. Alois Peitz, Trier (anstelle von Dipl. Ing. Stephan Braunfels, München) Dipl. Ing. Josef Rüenauver, Erzdiözesanbaumeister, Köln – Prof. Stefan Wewerka, Köln – Dipl. Ing. Prof. Erwin H. Zander, Köln. Stellvertr. Fachpreisrichter: Dipl. Ing. Georg Wendel, Diözesanbaudirektor, Münster.
Sachpreisrichter: Dr. h.c. Norbert Feldhoff, Generalvikar des Erzbistums Köln - Prof. Dr. Hansgerd Hellenkemper, Leiter der Bodendenkmalpflege/Direktor des Römisch-Germanischen Museums, Köln – Prof. Dr. Wulf Herzogenrath, Direktor der Kunsthalle Bremen – Dr. Joachim M. Plotzek, Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums Köln – Prälat Ludwig Schöller, Bischofsvikar, Köln – Dr. Katharina Winnekes, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Köln (anstelle von Kristin Feireiss, Direktorin des Nederlands Architectuurinstituut, Rotterdam). Stellvertr. Sachpreisrichter/innen: Prof. Dr. Herbert Beck, Direktor des Städelschen Kunstinstitutes, Frankfurt – Herrmann Josef Schon, Finanzdirektor im Erzbischöflichen Generalvikariat, Köln.
Sachverständige ohne Stimmrecht: Dipl. Ing. Prof. Béla Dören, Hochbaudezernent der Stadt Köln – Dr. Ulrich Krings, Stadtkonservator, Köln – Prof. Dr. Udo Mainzer, Landeskonservator, Brauweiler – Wolfgang Maria Pilartz, Kirchengemeinde St. Kolumba, Köln – Dr. Sven Seiler, Mitarbeiter der Bodendenkmalpflege, Köln
Vorprüfung: Büro Faltin-Scheuvens-Wachten, Dortmund – Dipl. Ing. Johannes Hogenschurz, Erzbischöfliches Bauamt, Köln – Gerhard Kahlert, Energie- und Umwelttechnik, Haltern – Dipl. Ing. Albert Kemna, Leiter des Erzbischöflichen Bauamtes, Köln – Dr. Stefan Kraus, Erzbischöfliches Diözesanmuseum Köln – Dipl. Ing. Otmar Schwab, Tragwerksplaner, Köln – Elisabeth M. Spiegel, Mitarbeiterin der Bodendenkmalpflege, Köln

A.1.9 Preise und Ankäufe
1. Preis: 45.000 DM; 2. Preis: 36.000 DM; 3. Preis: 27.000 DM; 4. Preis: 21.600 DM; 5. Preis: 14.400 DM; Vier Ankäufe je 9.000 DM; Gesamtsumme für Preise und Ankäufe: 180.000 DM. Das Preisgericht ist berechtigt, bei einstimmigem Votum eine andere Preis- und Ankaufsverteilung vorzunehmen, die Gesamtsumme bleibt jedoch erhalten.

A.1.10 Schutzgebühr
Vor Anforderung der Wettbewerbsunterlagen ist eine Schutzgebühr in Höhe von 200 DM an das Erzbischöfliche Generalvikariat auf das Konto Nr. 96065 bei der Westdeutschen Landesbank, Girozentrale, Köln (BLZ 370 500 00) mit dem Vermerk: Kassenzeichen 2100400000 und dem Verwendungszweck: ‚Realisierungswettbewerb Diözesanmuseum‘ einzuzahlen. Eine Kopie der von der Bank abgezeichneten Überweisungsanordnung ist bei Anforderung der Wettbewerbsunterlagen vorzulegen und zu überlassen. Die Schutzgebühr wird zurückerstattet, wenn die Wettbewerbsunterlagen vollständig und unbeschädigt bis zum 3.3.1997 zurückgegeben werden oder eine den Anforderungen entsprechende Wettbewerbsarbeit eingereicht wird.

A.1.11 Termine
Die Wettbewerbsunterlagen können nach Einzahlung der Schutzgebühr ab dem 16.12.1996 schriftlich beim Erzbischöflichen Bauamt angefordert werden. Schriftliche Rückfragen können bis zum 17.1.1997 an das Erzbischöfliche Bauamt gerichtet werden. Zur Beantwortung der schriftlichen Rückfragen und Klärung von Verfahrensfragen wird am 3.2.1997 von 11 bis 15 Uhr im Maternushaus Köln (Kardinal-Frings-Straße) ein Kolloquium durchgeführt. Eine Begehung des Grundstückes für den Neubau ist zuvor um 10 Uhr und nach dem Kolloquium um 15 Uhr möglich. Die Teilnahme am Kolloquium ist für die Teilnehmer des Wettbewerbes verpflichtend. Die schriftlichen Rückfragen, die beim Kolloquium gestellten mündlichen Rückfragen und die im Kolloquium gegebenen Beantwortungen werden allen Wettbewerbsteilnehmern, den Preisrichtern und der Vorprüfung als Ergebnisprotokoll schriftlich zur Verfügung gestellt. Abgabetermin der Wettbewerbsarbeiten ist der 22.4.1997. Abgabetermin des Wettbewerbsmodells ist der 6.5.1997. Zu diesen Terminen muss die vollständige Wettbewerbsarbeit, verschlossen, unter Wahrung der Anonymität (ohne Erkennbarkeit von Absender und Kennziffer) im Erzbischöflichen Bauamt abgegeben werden. Bei Verschickung mit Post, Bahn oder anderen öffentlichen oder privaten Beförderungsmitteln gelten die Arbeiten als rechtzeitig abgegeben, wenn der Eingangsstempel des jeweiligen Beförderungsunternehmens das Datum des Abgabetages trägt, ohne Rücksicht auf die Uhrzeit. Zur Wahrung der Anonymität ist bei derart zugestellten Arbeiten die Anschrift des Auslobers mit dem Kennwort ‚Realisierungswettbewerb Diözesanmuseum‘ einzusetzen. Verspätet eingegangene derart zugestellte Arbeiten, die keinen Abgabestempel haben oder Grund zum Zweifel bieten, werden vorbehaltlich späteren Nachweises rechtzeitiger Ablieferung, den der Wettbewerbsteilnehmer zu erbringen hat, mit beurteilt. Kann der Nachweis nicht erbracht werden, wird die Arbeit ausgeschieden. Auf eine sorgfältig gestempelte und durch eine Ablieferungsbescheinigung bestätigte Einlieferung der Arbeiten ist daher zu achten. Arbeiten, die fristgerecht aufgegeben, aber 14 Tage nach Abgabetermin nicht beim Auslober eingegangen sind, werden ausgeschieden. Das Preisgericht tagt vom 10. Bis 12.6.1997. Die Niederschrift der Preisgerichtssitzung wird allen Teilnehmern und den Preisrichtern sowie dem Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer NRW, die den Übereinstimmungsvermerk erklärt hat, zugesandt. Die öffentliche Ausstellung aller eingegangenen Arbeiten erfolgt voraussichtlich im Juni 1997.

A.1.12 Kennzeichnung der Wettbewerbsarbeiten/Verfassererklärung
Alle Zeichnungen, Schriftstücke und Modelle müssen in der rechten oberen Ecke eine 1 cm hohe und 5 cm breite sechsstellige Kennzahl in arabischen Ziffern tragen. Name und Anschrift der Teilnehmer, sämtlicher beteiligter Mitarbeiter/innen und der Sonderfachleute sind in der Verfassererklärung aufzuführen und in einem undurchsichtigen, verschlossenen Umschlag mit der gleichen Kennziffer beizufügen.

A.1.13 Anerkennung der Auslobungsbedingungen
Der Wettbewerb wird nach den Grundsätzen und Richtlinien für Wettbewerbe auf den Gebieten der Raumplanung, des Städtebaus und des Bauwesens – GRW 1995 – ausgeführt. Durch die Teilnahme am Wettbewerb erkennt der/die Teilnehmer/in den Inhalt der GRW 1995 und den Inhalt der vorliegenden Auslobung an. Die Übereinstimmung der Auslobung mit der GRW ist vom zuständigen Wettbewerbsausschuss der Architektenkammer NRW unter der Registriernummer W 50/96 bestätigt worden.

A.1.14 Weitere Beauftragung
Der Auslober beabsichtigt – unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichtes – bei der Realisierung des Museums einen der Preisträger mit weiteren Leistungen nach HOAI § 15 (mindestens Leistungsphasen 2 – 5) zu beauftragen. Im Falle einer Beauftragung werden die durch den Wettbewerb erbrachten Leistungen bis zur Höhe des zuerkannten Preises nicht erneut vergütet, wenn der Wettbewerbsentwurf in seinen wesentlichen Teilen unverändert der weiteren Bearbeitung zugrunde gelegt wird.

A.1.15 Beurteilungskriterien
Die Vorprüfung und das Bewertungsverfahren werden gem. § 5 GRW 95 durchgeführt. Zur Erfüllung dieser Aufgaben können die Sachverständigen bereits zur Unterstützung der Vorprüfung herangezogen werden. Die Beurteilung richtet sich nach den allgemein bekannten Kriterien (s. GRW). Die spezifischen Beurteilungskriterien sind: 1. Formalleistungen: Leistungs- und Programmerfüllung, Einhaltung bauordnungsrechtlicher und sonstiger öffentlich-rechtlicher Vorschriften. 2. Städtebauliche und architektonische Kriterien: Einfügung in das Stadtbild; Abfolge Freiräume/Gebäude; Gliederung der Baumasse; Gestaltung: Baukörper, Fassade, Freiflächen; Einbindung der Bodendenkmale und der Ruine St. Kolumba; Berücksichtigung der Kapelle ‚Madonna in den Trümmern‘; Denkmalpflegerische Anforderungen; Materialität; Ökologische Qualitäten; Erschließung der Gesamtanlage. 3. Funktion: Inneres Erschließungssystem; Innenraumqualität, Orientierung; Gesamtorganisation: Zuordnung der Bereiche; Funktions- und Nutzungsqualitäten der Einzelbereiche; Konservatorische Anforderungen. 4. Wirtschaftlichkeit/Kosten: Konstruktives System; Technischer Aufwand (Betriebs- und Haustechnik); Baukosten; Erhaltungs- und Betriebsaufwand. Die spezifischen Kriterien ergeben sich aus den Forderungen und Wünschen des Auslobers, den eingereichten Arbeiten und deren vergleichender Beurteilung.

A.1.16 Eigentum und Urheberrecht
Die vom Preisgericht mit Preisen oder Ankäufen ausgezeichneten Arbeiten werden Eigentum des Auslobers. Die Urheberrechte und das Recht auf Veröffentlichung verbleiben bei den Verfassern. Dem Auslober wird das Recht zur ersten Veröffentlichung und das Ausstellungsrecht eingeräumt. Im Übrigen gelten die Bestimmungen der Ziffern 7.3.1 – 7.3.3 GRW 1995. Soweit die Arbeiten nicht in das Eigentum des Auslobers eingegangen sind, können sie nach Abschluss der Ausstellung innerhalb von 4 Wochen beim Auslober (Erzbischöfliches Bauamt, Erzbischöfliches Generalvikariat, Marzellenstraße 32, 50668 Köln) abgeholt werden. Nicht abgeholte Arbeiten wird durch die Post zurückgeschickt. Bei Verlust oder Beschädigung gilt § 6.5 GRW 1995.

A.2 Wettbewerbsunterlagen und –leistungen

A.2.1 Wettbewerbsunterlagen
Auslobungstext – Raumprogramm (mit Berechnungsformular für die Vorprüfung) – Bebauungsplan M 1:500 (Abb. S. 89) – Lageplan mit Höhenangaben M 1:200 (inkl. Stadtplan M 1:5000) – Gesamtplan zur Grabung St. Kolumba mit Legende M 1:100 (Abb. S. 29) – Bestandspläne der Ruine St. Kolumba M 1:100 (Abb. S. 113 – 114) – Bestandspläne Klostergebäude – Modellplatte zum Einsatz in das Stadtmodell M 1:500 (wurde mit dem Protokoll des Rückfragenkolloquiums verschickt) – Photodokumentation St. Kolumba-Grundstück einschl. Luftaufnahme – Muster zur Anordnung der geforderten Leistungen auf zwei DIN A1 und zwei DIN A0 Blättern (wurde in gültiger Fassung dem Protokoll des Rückfragenkolloquiums beigelegt).

A.2.2 Wettbewerbsleistungen
Lageplan M 1:200 mit Darstellung der Dachaufsicht und Erschließung der wesentlichen Elemente der Außenanlagen – Grundrisse aller Ebenen M 1:200 mit Einzeichnung der Raumprogrammflächen – alle erforderlichen Ansichten und Schnitte M 1:200 mit notwendigen Höhenangaben – Fassadenschnitt M 1:20 mit Teilansicht und Darstellung der Materialien, der bautechnischen Konstruktion und der bauphysikalischen Systeme (darauf wurde als Ergebnis des Rückfragenkolloquiums verzichtet) – Darstellung des Entwurfgedankens M 1:200 in einer erläuternden Isometrie (darauf wurde als Ergebnis des Rückfragenkolloquiums verzichtet) – Berechnung der Nutzfläche nach Raumprogramm (NF). Die Berechnung ist in Listenform vorzunehmen (Berechnungsformular beiliegend). Die Einzelansätze und Maßangaben müssen aus den Plänen für die Vorprüfung erkennbar sein. –
Berechnung der Bruttogeschoßfläche (BGF) – Berechnung des Bruttorauminhaltes (BRI) – Erläuterungsbericht zum Gesamtkonzept (eine DIN A4 Seite) – Erläuterungsbericht zur Haustechnik (eine DIN A4 Seite) – Weißes Massen-Modell M 1:500 zum Einsatz in das vorhandene Stadtmodell – ein Satz Pläne für die Vorprüfung mit farblicher Anlage der Nutzungsbereiche: Eingangsbereich/Bistro: Rosa; Ausstellungsräume: Gelb; Verwaltung: Grün; Restaurierung: Blau; Anlieferung/Depot: Braun; Verkehrswege: Rot – Verzeichnis der eingereichten Unterlagen – Verfassererklärung. Alle Pläne sind in Schwarz-Weiß-Technik (schwarzer Strich auf weißem Grund) anzubieten und auf zwei DIN A1 (Lageplan/Isometrie) und zwei DIN A0 Bögen (alle Grundrisse, Ansichten, Schnitte) nach beiliegendem Muster anzuordnen. Ein auf dem Musterbogen ausgewiesenes Feld steht als ‚Libero-Feld‘ zur freien Verfügung. Alle Grundrisse sind so auszurichten, dass der Nordpfeil nach oben zeigt. Die Pläne sind gerollt als Lichtpause einzureichen. Darüber hinausgehende Leistungen werden zur Beurteilung nicht zugelassen.

B Museumskonzept und Ort

B.1 Geschichte und Sammlung
Das 1853 vom ‚Christlichen Kunstverein für das Erzbistum Köln‘ gegründete Diözesanmuseum ist neben dem Wallraf-Richartz-Museum die älteste öffentliche Kunstsammlung in Köln. Die heterogene, mehr zufällig als nach einem präzisen Konzept gewachsene Sammlung liegt in der neugotischen Gedankenwelt der Anfangsjahre begründet. Die Rückbesinnung auf das Mittelalter, die daraus resultierende Erforschung, Erhaltung und Wiederherstellung kirchlicher mittelalterlicher Kunstwerke förderten den Wunsch, gefährdete Werke zusammenzuführen, die geschmacksbildend der eigenen Zeit Vorbild sein sollten. 1860 wurde das Museum in einem neugotisch gestalteten Bau an der heutigen Stelle eröffnet. Nach der Kriegszerstörung fand 1972 die Wiedereröffnung des Museums am gleichen Ort statt, reduziert auf 380 m² Ausstellungsfläche in einem von Ladenlokalen, Büros und Privatwohnungen genutzten Neubau, der im Hinblick auf Größe, Infrastruktur und konservatorische Belange völlig unzureichend ist. Schwerpunkte der Sammlung bilden das frühe Christentum (herausragende koptische und syrische Gewebe), Malerei, Plastik, Goldschmiede- und Elfenbeinkunst des 11. Bis 16. Jahrhunderts (u. a. Herimannkruzifix mit römischen Lapislazuliköpfchen, romanischer Kruzifix aus Erp, Stefan Lochners Madonna mit dem Veilchen), textile Wandbehänge und Meßgewänder sowie Pergamenthandschriften, einzelne barocke Bildwerke, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit und eine der umfangreichsten Sammlungen von Rosenkränzen. Das 19. Jahrhundert ist mit religiöser Druckgraphik und Handzeichnungen der Spätnazarener vertreten. Seit der Übernahme des Museums in die Trägerschaft des Erzbistums Köln im Jahre 1989 haben sich die Aufgaben präzisiert und erweitert. Die bestehende Sammlung wird gezielt mit herausragenden Kunstwerken des Mittelalters akzentuiert. Vor dem Hintergrund eines veränderten Konzeptes (s. u.) befindet sich eine Sammlung des 20. Jahrhunderts, vornehmlich der zeitgenössischen Kunst im Aufbau. In diesem Bereich konnten bereits einige deutliche Schwerpunkte gesetzt werden: Werke der Klassischen Moderne (u. a. von Herbert Campendonk, Hermann Stenner, Alexej von Jawlensky, Gerhard Marcks und Georges Rouault), die Avantgarde um 1970 (mit Hauptwerken von Josef Beuys, Manolo Millares, Antonio Saura, Antoni Tàpies sowie die weltweit größte Sammlung zu Paul Thek) und zeitgenössische Kunst (mit Einzelwerken und umfangreichen Werkgruppen u. a. von Louise Bourgeois, Herbert Falken, Leiko Ikemura, Rebecca Horn, Roni Horn, Attila Kovács. Wolfgang Laib, Thomas Lehnerer, Joseph Marioni, Rune Mields. Agnes Martin, Chris Newman, Richard Tuttle und Dario Villalba). Arbeiten auf Papier – Skizzen, Entwürfe und Zeichnungsserien – bilden innerhalb der Moderne den mit Abstand umfangreichsten Bestand. Zur Identifikation des Neubaus werden ortsbezogene Rauminstallationen einzelner aufgeforderter Künstler ganz besonders beitragen (bisher: Arbeiten von Eduardo Chillida, Bill Fontana, Jannis Kounellis, Richard Serra und Dorothee von Windheim).

B.2 Konzept und Selbstverständnis
Das Diözesanmuseum versteht sich als Ort der Weckung von Neugierde, Spontaneität und Unvoreingenommenheit, also als Ort, an dem Unmittelbarkeit im Umgang mit der Kunst gefördert wird. Aufgrund der Sammlungsstruktur und der Aufgabenstellung versteht sich das Diözesanmuseum nicht als Regionalmuseum, in dem sich lediglich erhalten gebliebene Zufälligkeiten mit der Aufgabe verbinden, die Kulturlandschaft des Bistums über Jahrhunderte hin zu dokumentieren. Vielmehr will das Diözesanmuseum die Chance wahrnehmen, vielfältige Anregungen zu geben und Erfahrungen zu vertiefen. Es geht von Fragestellungen aus, die im Bereich der alten Kunst in kirchengeschichtlich, religionsgeschichtlich und frömmigkeitsgeschichtlich relevante Komplexe eingebettet sind. Mit Blick auf das 20. Jahrhundert richtet sich die Sammlungstätigkeit auf künstlerische Diskurse, die auf dem Höhepunkt ihrer Zeit Fragestellungen der menschlichen Existenz verfolgen, die gerade auch für die Kirche von Bedeutung sind. Mit der Offenheit dieser Annäherung ergibt sich die Möglichkeit, im Kunstwerk – für seine Zeit und darüber hinaus – relevante religiöse Dimensionen aufzufinden. Nicht Auftragskunst der Kirche im traditionellen Sinne ist also gemeint; Anliegen ist vielmehr, im Ausloten immanent künstlerischer Möglichkeiten, Annäherungen und Bewußtsein für aufbrechende Wege zum Transitorischen und Spirituellen zu schaffen. Das Museum definiert sich über seine Sammlung, die in wechselnder Auswahl und auf ein überschaubares Maß an Exponaten reduziert vorgestellt wird. Diese Begrenzung verfolgt das Ziel, das Kunsterlebnis zu intensivieren. Sie wird als Chance verstanden, sich auf ein bekanntes oder unbekanntes Gegenüber einzulassen und darin eine Erlebnisfähigkeit zu entwickeln, die über den Gegenstand Kunst tief in die Mechanismen menschlichen Verhaltens führt und dafür Bewusstsein schafft.
Kunst fängt mit Wahrnehmung an, mit bewusstem Hinschauen; einem Sehen, das mit den Augen greift und das Hören und Riechen keineswegs ausschließt. Kunst ist eine Sprache jenseits der Worte, jenseits von Begrifflichkeit. Sie informiert nicht messbar, nicht in Zahlen und Fakten. Kunst ist in ihrer unglaublichen Exaktheit mehrdeutig, vielschichtig, komplex und immer auch fremd. Sich auf ein Werk einzulassen bleibt unabdingbare erste Voraussetzung einer jeden Annäherung. Kunst bietet einen Freiraum für Phantasie, für Gefühl und Empfindung, sie bietet Erfahrungen aus erster Hand. Diese zu ermöglichen, Einsichten und Toleranz zu fördern, ist eine der Hauptaufgaben des Museums. Weder Chronologie, noch Typologie der Formen oder Gattungen oder regionale Zusammenhänge gelten als ausschließliche Ordnungsprinzipien der Sammlung. Mit sorgfältig vorgenommenen Gegenüberstellungen von alter und neuer Kunst werden Korrespondenzen geschaffen, die unabhängig von der Entstehungszeit ein verwandtes oder gegensätzliches künstlerisches Anliegen aufdecken. Damit wird das eine immer in der möglichen Wechselwirksamkeit zum anderen bewusst gehalten, freilich ohne solche Kombinationen zum ausschließlichen Präsentationsprinzip machen zu wollen. Der Dialog mit der Kunst findet eine sinnvolle Fortsetzung in Führungen, die als Gespräche über wenige Werke individuelle Fragestellungen der Besucher berücksichtigen und fördern. Die Auseinandersetzung kann mit kostenlos erhältlichen Essays zu einzelnen Werken, in der Benutzung der Bibliothek und im Rückgriff auf die Schriftenreihen des Museums vertieft werden. Bei notwendig freiem Eintritt soll das alltägliche Angebot bestehen, das Museum und seine wechselnden Kontexte als lebenden Organismus kennenzulernen. Mit gezielten Veranstaltungen zur Musik, Literatur, Theologie und Philosophie wird das Spektrum möglicher Korrespondenzen erweitert. Das Museum bietet die Chance, in künstlerischen Setzungen – der alten wie der zeitgenössischen bildenden Kunst und anderer Ausdrucksformen – virulente religiöse Dimensionen erkennbar zu machen; ein Ort des künstlerischen Erlebnisses, ein Museum der Nachdenklichkeit.

B.3 Bauplatz und Architektur
Eine schöpferische Begegnung von Kunst und Betrachter baut auf die Wirkung der Architektur als einem zu den Kunstobjekten hinführenden und nicht von ihnen ablenkenden Element. Erst Architektur, die gebraucht werden darf, die den Menschen nicht als Störfaktor ihrer eigenen Ästhetik ausgrenzt, bindet sich ein in den Lebenszusammenhang, der für das Verstehen des Kunstwerkes wesentlich ist. Als Ort spontaner Kunsterfahrung sich vertiefender Nachdenklichkeit will das Diözesanmuseum kein Straßen- oder Flaniermuseum sein, in dessen gewichtigem Treppenhaus und auf Besuchermassen hin konzipierten breiten Gängen und Sälen die dort untergebrachten Kunstobjekte in der Tat im Vorbeiflanieren und schnell überfliegenden Bemerken wahrgenommen werden. Vielmehr will es entgegen diesem – auch im geistigen Sinne – eher horizontal auf Quantität angelegten Museumstyp ein Museum der Vertikalität sein, das zum Verweilgen einlädt. Die Vorstellung eines Museums, das Mittelalter und Neuzeit verbindet, findet auf Kolumba nicht nur eine entsprechende Kulisse, vielmehr bietet sich die Möglichkeit der eigenen geschichtlichen Verankerung. Der ideale Bauplatz für ein Museum der Vertikalität, zeichnet sich nicht vorrangig durch seine zentrale Lage oder die Passentenfrequenz aus, sondern durch die geistige Dimension des Ortes. An den dort erlebbaren archäologischen Funden römischer Bauten sowie mehrerer Kirchenbauten von frühmittelalterlicher bis spätgotischer Zeit mit zahlreichen, zum Teil nutzbaren Katakombenräumen kann Geschichte als Stadtgeschichte, Kirchengeschichte, Frömmigkeitsgeschichte, Sepulkralgeschichte und Kunstgeschichte ablesbar werden. Gleichzeitig ist es einer der letzten Orte in der Innenstadt von Köln, der die Spuren der fast völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sichtbar bewahrt hat. Die Ruinen von Kolumba fordern zur mahnenden Vergegenwärtigung auf. Die Architektur des zukünftigen Museums korrespondiert mit den überkommenen Monumenten der Archäologie in ähnlicher Weise wie die mittelalterliche mit der neuzeitlichen Kunst. Die geistige Vertikalität des Museums definiert sich somit in den Koordinaten von Raum und Zeit, in der räumlichen Verbindung mit den Bodendenkmälern und deren integraler Überbauung; sie definiert sich in der geistigen Anbindung an die zurückliegende Geschichte sowie in zeitgenössischen künstlerischen Interpretationen des vorgegebenen Ortes. Der Name Kolumba wird Synonym und Bezeichnung für eine Institution, in der schöpferische Virulenz in Präsentation und Rezeption dominiert. Er trägt der historischen Besetzung des Ortes Rechnung und bildet doch für die Zukunft eine Chiffre, die sich erst über die eigenen Erfahrungen der Besucher zu einer Vorstellung konkretisiert.

C Aufgabenstellung

C.1 Grundstück

C.1.1 Städtebauliche Situation
Der Standort in der Innenstadt von Köln eröffnet neben den angeführten Aspekten einer geschichts-, zeit- und ortsbezogenen Museumskonzeption auch eine Reihe von städtebaulichen Möglichkeiten. Während südlich in der Brückenstraße mit dem von Bruno Paul entworfenen, 1929 fertiggestellten, sogenannten Dischhaus eine bemerkenswert klare, stark horizontal gegliederte Verwaltungsarchitektur gegenüberliegt, lässt die übrige Bebauung in unmittelbarer Nachbarschaft im Osten, Westen und Norden eine städtebauliche Ordnung bislang vermissen. Im Osten liegt das von Hentrich-Petschnigg & Partner 1987 – 1988 errichtete Verwaltungsgebäude des Westdeutschen Werbefernsehens, dessen eigenartige Platzierung sich auf keine ursprüngliche Bebauung berufen kann. Wünschenswert erscheint die Betonung des kleinen Kolumbakirchhofes, der mit dem Bursgäßchen eine Fußgänger-Verbindung zwischen Minoriten- und Brückenstraße herstellt. Im Norden wurde erst 1987 mit dem Neubau des Geschäftshauses Sauer nach dem Entwurf von Ulrich Coersmeier (dt 8) eine bestehende Baulücke an der Minoritenstraße geschlossen. Gleichzeitig kann mit dem neu zu schaffenden Mittelpunkt auch zur Belebung des durch Zerstörung und Wiederaufbau in das Abseits der Einkaufsstraßen Hohe Straße und Schildergasse geratenen Viertels beigetragen werden. Vom südwestlich gelegenen Opernplatz aus wird das Eckgrundstück als zentraler Blickfang wahrgenommen. Die durch die verkehrsreiche Nord-Süd-Fahrt beeinträchtigte Anbindung an Opern- und Schauspielhaus könnte durch die Attraktivität des Museums wieder hergestellt werden, zudem wenn eine geplante Verlegung der Nord-Süd-Fahrt in einen Tunnel hinein langfristig realisiert würde.
Die Festsetzungen des Bebauungsplanes Nr. 67451/18 der Stadt Köln sind einzuhalten. Bei Abweichungen sind diese zu begründen. Die Festsetzungen dieses Bebauungsplanes wurden im Zusammenhang mit dem Neubau des Westdeutschen Werbefernsehens an der Ludwigstraße formuliert. Der Auslober erwartet von den Wettbewerbsteilnehmern, dass sie ihre Wettbewerbsbeiträge an diesen Festlegungen orientieren. Begründete Abweichungen werden nach sorgfältiger Prüfung und Dokumentation durch die Vorprüfung vom Preisgericht hinsichtlich ihrer entwurfsbezogenen Plausibilität, ihrer städtebaulichen Qualität und hinsichtlich ihrer denkmalpflegerischen Verträglichkeit bewertet und im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit im Rahmen eines späteren Baugenehmigungsverfahrens beurteilt.

C.1.2 Verkehrserschließung
Das derzeitige Straßensystem soll unverändert bleiben und bedingt, dass der Besucher im Regelfall das Museum fußläufig erreicht. Auf dem Museumsgelände sind Einstellplätze für Besucher nicht vorgesehen. Die Anlieferung erfolgt über die Ludwigstraße.

C.1.3 Architekturgeschichte
Die im Juni 1943 ausgebrannte, am 2. März 1945 schließlich bis auf die Umfassungsmauern zerstörte spätgotische Pfarrkirche St. Kolumba hatte verschiedene Vorgängerbauten, die bis in römische Zeit zurückreichen. Als parochia primaria (1172) nahm die 1135 erstmals urkundlich erwähnte Kirche unter den Altkölner Pfarreien den ersten Platz ein. Reste von antiken Wohnhäusern haben wahrscheinlich bis in karolingische Zeit hinein das Gelände geprägt. In das späte 7. Oder 8. Jahrhundert, auf jeden Fall in fränkische Zeit, wird ein kleiner Apsidenbau datiert, der im 9. Jahrhundert durch eine wenig nördlich davon errichtete Saalkirche mit Ostapsis ersetzt wurde. Fast in jedem Jahrhundert erfuhr der jeweils bestehende Bau eine der wachsenden Zahl der Gemeindemitglieder Rechnung tragende Erweiterung. Im 11. Jahrhundert folgte ein dreischiffiger Neubau mit einer 5-Nischen Apsis im Osten und zwei Nebenapsiden, der im 12. Jahrhundert zweimal erweitert wurde. Im 13. Jahrhundert wurden ein zweites südliches Seitenschiff, Emporen und der westlich vorgelagerte Turm angefügt. Im 15. Jahrhundert – die bevölkerungsreichste Pfarrei Kölns zählte inzwischen 8000 Seelen – entschied man sich zu dem bis in das 16. Jahrhundert andauernden Neubau der fünfschiffigen spätgotischen Hallenkirche unter teilweiser Verwendung der älteren Grundmauern. Die damals angelegten zahlreichen Grüfte unter St. Kolumba und die erhaltenen Grabplatten zeugen von der Beliebtheit der Kirche als letzte Ruhestätte wohlhabender Kölner Familien. Im 17. Jahrhundert folgte die Barockisierung des Innenraumes, die 1890 durch eine historistische Ausstattung abgelöst wurde. Die ursprünglich reiche Ausstattung ist weitgehend zerstreut bzw. der Kriegszerstörung zum Opfer gefallen. Um 1460 stiftete der Bürgermeister Godart Wasservas die nach ihm benannte nördlich angefügte Kapelle, und den darin aufgestellten Dreikönigsaltar des Rogier von der Weyden, der gemeinsam mit dem Bartholomäusaltar des nach ihm benannten Meisters im 19. Jahrhundert mit der Sammlung Boisserée in die Alte Pinakothek nach München gelangte. Der bis 1720 vollendete, weitgehend kriegszerstörte barocke Hochaltar wurde in rekonstruierter Form beim Wiederaufbau der Kirche St. Gereon dort eingefügt. Lediglich die „Trümmermadonna“ aus der Zeit um 1470 blieb an ihrem ursprünglichen Ort erhalten.

C.1.4 Kapelle ‚Madonna in den Trümmern‘
1948 beauftragte Josef Geller, der damalige Pfarrer von St. Kolumba, den Kirchenbaumeister Dominikus Böhm mit dem Bau einer Kapelle zur Verehrung der nach dem verheerenden Angriff vom März 1945 an einem Pfeiler der ehemaligen gotischen Kirche stehengebliebenen Madonna in den Trümmern und als Ersatz für die im Krieg völlig zerstörte Kirche. Böhm gab den Auftrag an seinen Sohn Gottfried weiter, dessen erstes eigenständig durchgeführtes Projekt die Kolumba-Kapelle wurde. Böhm baute die Reste des Turmgeschosses und der ehemaligen westlichen Vorhalle zu einem Laienschiff auf rechteckigem Grundriss aus, das er mit einem zeltartigen, geschweiften Satteldach versah. Daran schließt sich der oktogonale, durch acht schmale Pfeiler ausgeprägte, ansonsten durchfensterte Altarraum an. Licht und Dunkelheit stehen sich in diesen beiden, mit den Steinfragmenten der Ruine errichteten Bauteilen kontrastreich gegenüber.
1956 – 1957 wurde nach Norden eine Sakramentskapelle auf rechteckigem Grundriss als schlichter Kubus hinzugefügt. Als einer der frequentiertesten Orte des Gebets und u. a. ausgestattet mit Werken von Georg Meistermann, Ewald Mataré, Ludwig Gies und Elisabeth Treskow soll dieses hochrangige gesamtkünstlerische Ensemble zeitgenössischer Sakralkunst um 1950 vollständig erhalten bleiben. Erforderlich ist eine Umbauung, die den Kapellenbau in seiner äußeren Schlichtheit und in der reizvollen inneren Lichtwirkung nicht beeinträchtigt.

C.1.5 Klostergebäude Kolumbastraße
Das ehemalige Klostergebäude der zwischenzeitlich umgesiedelten Minoriten steht, wenn es nicht sinnvoll zu nutzen ist, zur Disposition.

C.2 Neubau

C.2.1 Eingang/Bistro/Werkraum/Pfarrei

C.2.1.1 Eingang/Foyer/Katalogverkauf/Garderobe
Der Unterschied des Museums zu vorwiegend kommerziell genutzten Bauten soll vom Besucher beim Eintreten unmittelbar wahrgenommen werden. Die Wegführung sollte eindeutig sein. Die Begegnung mit Kunstwerken steht auch im Foyer im Vordergrund, insofern es in der Hauptsache der größte Ausstellungsraum ist, der bei umfangreicheren Wechselausstellungen den Mittelpunkt bilden kann. Gleichzeitig dient das Foyer als Ort von Veranstaltungen, etwa im Musik- oder Performancebereich. Die dazu notwendige Technik und Bestuhlung steht auf mobilen Elementen zur Verfügung, die im Keller gelagert werden. Die Atmosphäre sollte einladend, der Zugang zu den übrigen Funktionsbereichen eindeutig, Sitzgelegenheiten vorhanden sein. Im Katalogverkauf, für den kein eigener Raum gewünscht wird, werden vorwiegend museumseigene Publikationen und Drucksache, darunter ungewöhnlich zahlreiche Postkartenmotive der Sammlung angeboten. In der Garderobe werden verschließbare Spinde zum Verstauen von Mänteln und Taschen für etwa 100 Besucher benötigt. Darüber hinaus sollten für Sonderveranstaltungen Kleiderhaken und Ablageregale für etwa 400 Personen zur Verfügung stehen.

C.2.1.2 Besuchertoiletten
In Nähe zum Foyer. Größe entsprechend dem Bedarf von etwa 100 Besuchern, die sich im Museum zeitgleich aufhalten (bzw. 400 Besuchern bei Veranstaltungen). Dauerhafte und leicht zu reinigende Ausstattung.

C.2.1.3 Raum für Wachpersonal
Der Aufenthaltsraum für Wachpersonal sollte zentral in der Nähe der verschiedenen Ausstellungsebenen gelegen sein. In dem Raum werden sich wechselweise maximal vier Personen aufhalten. Spinde zur Unterbringung persönlicher Dinge sollten für fünfzehn Personen zur Verfügung stehen. In diesem Raum sind Wasseranschluss und Spüle erforderlich.

C.2.1.4 Alarmsicherung
Jeder Raum des Gebäudes muss mit einer möglichst unauffälligen Sicherheitstechnik gegen Feuer und Einbruch alarmgesichert sein. Eine Sicherung von einzelnen Kunstwerken ist nicht beabsichtigt. Der geeignete Standort für eine Alarmzentrale ist im Eingangsbereich.

C.2.1.5 Bistro
Ein kleiner öffentlicher Restaurationsbetrieb erfüllt als Treffpunkt, Kommunikations- und Lektüre-Ort mehrere, über ein herkömmliches Museumscafé hinausgehende Funktionen. Das Bistro wird auf wenig Raum etwa 80 Personen Platz bieten und möglicherweise in Zusammenarbeit mit einem noch auszuwählenden Künstler gestaltet werden. Es wird auch außerhalb der Öffnungszeiten und unabhängig vom Eintritt in das Museum besucht werden können, privatwirtschaftlich betrieben werden und vom Straßenniveau aus erreichbar sein. Eine während der Öffnungszeiten bestehende Anbindung an das Foyer des Museums muss nach Schließung des Museums unterbrochen werden können. Die Anbindung an einen Innenhof wäre wünschenswert. Angeschlossen sind ein Wirtschaftsraum und ein Lager für Getränke und Lebensmittel.

C.2.1.6 Werkraum
Die pädagogische Arbeit des Museums richtet sich neben regelmäßigen Führungen vor allem auf die gestalterische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Kunsthistorische Übungen werden vor den Originalen abgehalten. Orientiert an den grundsätzlichen Übungen des am Bauhaus in Weimar und Dessau entwickelten „Vorkurs“ soll in einem Werkraum im Umgang mit einfachen Materialien eigene Kreativität erfahren und gefördert werden. Der Raum, in dem Gruppen bis etwa 25 Personen arbeiten können, soll mit einigen Waschbecken, Tischen und ausreichender Regelfläche zur Lagerung von Materialien ausgestattet sein. Tageslicht ist in diesem Raum unbedingt erforderlich.

C.2.1.7 Räume der Pfarrei St. Kolumba
Angebunden an die Nordseite der Kapelle „Madonna in den Trümmern“ werden ein Sakristeiraum, ein Beichtraum und ein Aufenthaltsraum für den Priester gefordert. Diese Räume müssen von der Kapelle aus erreichbar sein. Die Beheizung der Kapelle, die derzeit vom Keller des Klostergebäudes aus erfolgt, muss bei der Planung mit berücksichtigt werden.

C.2.2 Ausstellungsräume

C.2.2.1 Charakter
Die Ausstellungsräume sind nicht auf bestimmte Kunstwerke festgelegt. Sie sollen grundsätzlich wechselweise, auch zu Sonderausstellungen und anderen Veranstaltungen bespielt werden können. Der ideale Ort ganzer Abteilungen oder einzelner Kunstwerke und deren Gruppierung zueinander wird erst nach Fertigstellung der Ausstellungsräume festgelegt. Der Charakter der Ausstellungsräume soll ruhig und zurückhaltend sein. Der Komplexität des Bauplatzes sowie der Heterogenität der Sammlung Rechnung tragend, können sich in verschiedenen Räumen verschiedene Stimmungen ausprägen, die durch einen Wechsel etwa in der Proportion, im verwendeten Material oder im Lichteinfall bestimmt werden. Auch im Hinblick auf ihre technische Ausstattung können die Räume verschiedene Varianten – etwa von Vollklimatisierung bis Nichtklimatisierung – aufweisen, sofern ein stabiles Raumklima grundsätzlich gewährleistet ist. Der Besucher soll animiert werden, in den Räumen länger zu verweilen. Wünschenswert sind einige Ausblicke, die der exponierten Lage des Gebäudes mit Stadtpanorama und Domblick Rechnung tragen.

C.2.2.2 Größe und Proportion
Ungeachtet der einzubeziehenden Ausgrabung- Innenhofflächen werden etwa 1600 m² Gesamt-Ausstellungsfläche erwartet: 7 Haupträume, etwa für Wechselausstellungen, für größere Werkzyklen einzelner Künstler und in der Sammlung vorhandene thematische Schwerpunkte, mit einer variierenden Grundfläche von 75 – 150 m² und einer entsprechenden Deckenhöhe von mindestens 5 m; 12 Nebenräume für kleinere Werkgruppen und Themen mit variierender Grundfläche von 25 – 75 m² und einer Deckenhöhe von etwa 4 m; 10 Kabinette und Raumnischen mit variierender Grundfläche von 5 – 20 m² bei einer Deckenhöhe von 4 m, die als thematische Verbindungen, konzeptuelle Gelenkstellen, für singuläre Hauptwerke und gezielte temporäre Installationen zeitgenössischer Künstler genutzt werden sollen. Grundsätzlich geht Qualität vor Quantität. Es werden im Hinblick auf Proportion, Größe und Belichtung optimale Raumbedingungen angestrebt, auch wenn sich dadurch möglicherweise weniger als 1600 m² Ausstellungsfläche ergeben sollten.

C.2.2.3 Anordnung
Die Anordnung der Ausstellungsräume soll keinem starren Schema folgen, sich vielmehr als eine lebendige Folge kleinerer und größerer Räume darstellen. Dabei können sich Durchblicke ergeben, ohne dass die einzelnen Räume unruhig wirken. Der Besucher wird nicht auf nur einem möglichen, etwa chronologischen Rundgang geführt, vielmehr bilden sich Haupt- und Nebenwege heraus, die bei wechselweiser Begehung die vielfältigen Beziehungen der ausgestellten Werke erlebbar werden lassen.

C.2.2.4 Wände, Böden, Decken
Ausstellungswände sind Gebrauchswände. Bilder werden mit gedübelten oder genagelten Haken unmittelbar an die Wand gehängt. Das Material der Wände muss diesem Wechsel Rechnung tragen. Die Wände sollen einen feststehenden, tragenden Eindruck vermitteln, in Struktur und Faktur eben und gleichmäßig und von hoher Tiefenwirkung sein. Es ist zu berücksichtigen, dass Wände – wenn nicht als Bildträger – als Hintergrund für vor ihnen stehende Objekte dienen. Wie die Wand als Träger von Bildern, so stellt der Fußboden das optische Umfeld bei freistehender Plastik. Eine gleichmäßige Struktur ist hier ebenfalls erforderlich. Die Fußböden sollten im Material griffig sein und keine hervorgehobene Eigenfarbe besitzen. Wände, Böden und – vor allem bei Räumen mit geringerer Höhe - Decken bilden das optische Umfeld. Für alle ist die Gleichmäßigkeit einer Struktur wesentlich, deren notwendige Zurückhaltung die Kunst dominieren lässt.

C.2.2.5 Licht und Beleuchtung
Licht ist einer der entscheidendsten Faktoren, von denen das Gelingen einer lebendigen Auseinandersetzung mit Kunst abhängt. Die Atmosphäre von Kolumba soll durch den vorherrschenden Eindruck des wechselnden Tageslichtes und nicht durch die Künstlichkeit gleichbleibender Lichtquellen bestimmt sein. Zur Steigerung des Raumerlebnisses und um verschiedene Bedingungen für Kunstwerke herzustellen, kann der Einfall des Lichtes in den Räumen wechseln. Während Oberlicht grundsätzlich wünschenswert ist, bietet Seitenlicht für einige Kunstwerke enorme Wirkungsmöglichkeiten. Die Öffnungszeiten des Museums garantieren zu allen Jahreszeiten ausreichendes Tageslicht, auch wenn an späten Winternachmittagen die Werke in einigen Räumen ins Halbdunkel gleiten werden. Aus konservatorischen Gründen wird es zuweilen notwendig sein, das Tageslicht zu dämpfen oder aber indirekt in den Raum einfallen zu lassen. Dort, wo Kunstlicht ergänzend oder als einzige Lichtquelle unverzichtbar ist, wird eine weiche räumliche Ausleuchtung erwartet.

C.2.2.6 Eingebaute Vitrinen
Das auf den Eindruck von wechselndem Tageslicht aufbauende Gesamtkonzept, könnte an einigen Stellen auch auf solche Objekte bezogen werden, die herkömmlicherweise in Ganzglasvitrinen ausgestellt werden, mit denen oft jede Raumwirkung verhindert wird. Denkbar sind feste vitrinenartige Einbauten, die mit Tageslicht belichtet sind.

C.2.2.7 Sitzgelegenheiten
In den meisten Museen werden von den Besuchern geeignete Sitzmöglichkeiten vermisst. Man ist gezwungen umherzulaufen, statt in der Gegenwart der Kunstwerke auszuruhen. Ein Museum der Nachdenklichkeit wünscht sich unauffällige, möglicherweise zum Teil fest integrierte Sitzgelegenheiten, die durch eine mobile Bestuhlung ergänzt werden können.

C.2.2.8 Raumklima
Unkonventionelle Vorschläge zur Erreichung eines stabilen Raumklimas sind im Wettbewerb gefragt, dafür geeignete Baustoffe und Konstruktionsmethoden unbedingt zu berücksichtigen. Ein gleichmäßiges, stabiles Raumklima ist die unbedingte Voraussetzung zur Konservierung der Kunstwerke. Dabei gelten in der Regel eine Luftfeuchtigkeit von ca. 55 % und eine Raumtemperatur von 17 – 22 °C als ideale Bedingung. Diese Werte sind in allen Ausstellungsräumen vorgeschrieben. Abgesehen davon, dass technische Einrichtungen in Ausstellungsräumen als optische oder akustische Beeinträchtigung empfunden werden, lehren Erfahrungen mit umfangreichen klimatechnischen Einbauten, dass der hierin betriebene Aufwand im Verhältnis zur erreichten Wirkung hinterfragt werden muss.

C.2.2.9 Multimedia-Möglichkeiten
Statt eines eigenen Multimediaraumes mit fest installierten technischen Einrichtungen, sollen Räume wechselweise zu multimedialen Veranstaltungen genutzt werden. Entsprechend der intermedialen Ausrichtung des Museums ist an Vortragsabende ebenso gedacht, wie an kleinere Musik- oder Theaterveranstaltungen, die auf diese Weise teilweise in der Nähe der Kunstwerke stattfinden können. Die erforderliche Technik (Mikrofone, Verstärker, Lautsprecher, Projektoren, Leinwand, Bühnenelemente etc.) wird auf rollbaren Modulen verfügbar sein und im Kellergeschoß gelagert werden. Gleiches gilt für die stapelbare/klappbare Bestuhlung.

C.2.2.10 Ausgrabung und ehemalige Sakristei
Die Ausgrabungen sind vollständig zu erhalten. Punktuelle Unterkellerungen und Gründungen sind nur in den vorgegebenen Flächen möglich (auf dem beiliegenden Grabungsplan grau unterlegt). Die Überbauung der Ausgrabungsfläche sollte diese nicht zu einem abgeschlossenen Innenraum werden lassen. Die Konservierung des Baudenkmals ist am ehesten gewährleistet, wenn die derzeitige Außensituation erhalten bleibt. Die Ausgrabung soll durch einen begehbaren Weg ausgehend vom Bodenniveau der ehemaligen gotischen Kolumba-Kirche in H. 52.20-52.40 m u. NN im Langhaus und H. 53.50 m ü. NN im Chor erschlossen werden. Als einziger Bereich von Kolumba wird dieser Weg durch die Ausgrabung nicht behindertengerecht sein. Von dort ergeben sich Einblicke in die Baugeschichte, möglicherweise Einstiege in wieder geöffnete und zum Teil künstlerisch besetzte Grüfte. Das nördliche Seitenschiff kann Teil der geschlossenen Ausstellungsräume werden. Angestrebt ist ein spannungsreiches Gegenüber von Ruine und mittelalterlicher und moderner Kunst sowie Ausblicke auf die tieferliegende Grabungsfläche. In der ehemaligen Sakristei, deren Zustand bis hin zum erhaltenen Bodenbelag ebenfalls unverändert respektiert wird, kommt ein Werk des Bildhauers Richard Serra zur Aufstellung, das Serra für diesen Ort vorgesehen hat (The Drowned and the Saved/Die Untergegangenen und die Geretteten). Der Zutritt erfolgt durch die vorhandene, mit zwei Stufen abgetreppte, ehemalige Sakristei-Türe. Die Überbauung dieses Raumes sollte die derzeitige Offenheit des Gewölbes nicht mindern.

C.2.2.11 Innenhof, -höfe
Ein Teil des sich an die Nordwand der Kirchenruine anschließenden Innenhofes soll nach Möglichkeit auch im Neubau erhalten bleiben. Durch geeignete Bepflanzung könnte er zu einem ruhigen kleinen Garten inmitten der Architektur gestaltet werden. Weitere Innenhof-Situationen wären wünschenswert.

C.2.3 Verwaltung
Das Ausstellungskonzept – einzelne Räume zu offenen Raumfolgen zu verbinden – soll sich im Verwaltungsbereich fortsetzen, insofern den Mitarbeitern/innen zwar abgeschlossene Arbeitsbereiche zur Verfügung stehen, deren Anordnung jedoch kommunikationsfördernd ausgerichtet ist, damit ein unbürokratischer Informationsfluss unter den Mitarbeitern/innen gewährleistet ist. Dabei sollen Gangflächen platzsparend auf ein Minimum reduziert werden. Der Verwaltungsbereich ist nicht klimatisiert.

C.2.3.1 Sekretariat
Ein Hauptsekretariat, das gleichzeitig als Ort der Aktenablage dient, und ein Nebensekretariat, das gleichzeitig den Empfang im Verwaltungsbereich bildet, können fließend ineinander übergehen. Benötigt werden ferner ein angeschlossener Kopier- und Lagerraum sowie eine Kaffeeküche.

C.2.3.2 Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen
Das Direktorenzimmer wird gleichzeitig für Besprechungen mit bis zu zehn Teilnehmern genutzt werden. Für größere Besprechungen soll die Bibliothek zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind für wissenschaftliche Mitarbeiter/innen vier Arbeitszimmer erforderlich, deren Größe den Aufenthalt von etwa zwei Besuchern zulässt. Als Grundausstattung werden ein Arbeitsplatz mit integriertem Computer, Bücherregale, ausreichende Ablagemöglichkeiten sowie jeweils eine freie Wandfläche zur wechselnden Hängung von Kunstwerken vorgesehen. Entsprechend der neueren Entwicklung in der computergesteuerten Inventarisation von Museumsbeständen ist ein weiteres Arbeitszimmer erforderlich, das ausschließlich dieser Nutzung vorbehalten bleibt. In ihm soll sinnvollerweise auch die Hängeregistratur Sammlungsstücke untergebracht werden.

C.2.3.3 Bibliothek
Die Bibliothek ist halb öffentlich. Sie steht den Mitarbeitern/innen des Hauses und Interessenten mit wissenschaftlichem Anliegen zur Verfügung. Gleichzeitig soll sie als kommunikativer Ort zu größeren Besprechungen dienen. Der Raum soll für einen Bestand von ca. 50.000 Bänden ausgelegt sein und über die übliche Ausstattung mit Katalog, Microfiche-Lesegerät und Computer-Terminal verfügen. In der Nähe der Arbeitstische werden zum Anschluss von Kleincomputern etc. Steckdosen benötigt. Tische und Stühle sollten jedoch frei kombinierbar sein, damit sowohl kleinere Arbeitsplätze – etwa für Praktikanten/innen – als auch größere Einheiten – etwa zu Katalogvorbereitungen und Besprechungen – daraus zusammengestellt werden können. Für die Leitung der Bibliothek soll ein separater Arbeitsplatz in der Bibliothek zur Verfügung stehen.

C.2.3.4 Präsentationsraum
In unmittelbarer Nachbarschaft zur Bibliothek gelegen, werden in diesem Raum kleinere Objekte und Arbeiten auf Papier zur wissenschaftlichen Bearbeitung nach Anmeldung vorgelegt. Es sollten sich an Arbeitstischen etwa drei Personen gleichzeitig aufhalten können.

C.2.3.5 Toiletten (Verwaltung/Bibliothek)
Die Toiletten im Verwaltungsbereich sind auch für die Besucher der Bibliothek zu nutzen.

C.2.4 Restaurierung

C.2.4.1 Restaurierungswerkstätten
Benötigt werden eine größere Werkstatt zur Restaurierung von Malerei und Skulptur sowie eine kleinere zur Restaurierung von Arbeiten auf Papier. Beide Werkstätten, vor allem jedoch die größere, müssen mit natürlichem Licht gut erhellt sein; Nordlicht wäre optimal, jedoch nicht unbedingt zwingend. Eine Klimatisierung der Räume ist bei Beachtung der auch sonst geforderten Raumbiologie nicht notwendig, jedoch sind besondere Be- und Entlüftungsvorrichtungen einzuplanen. Ein abgetrennter Werkstattraum für gröbere Schreinerarbeiten ist ebenso vorzusehen, wie ein Wässerungsraum in der Papierrestaurierung. Die optimale Anbindung der Werkstätten an den Lastenaufzug ist erforderlich. Die entsprechenden Depots sollten gut erreichbar sein.

C.2.4.2 Fotostudio
Ein hoher Raum ohne Tageslicht mit guten Ausleuchtungsmöglichkeiten (Gemälde und Skulpturen) und angrenzender Dunkelkammer sowie Röntgenraum. In Wand und Boden den Ausstellungsräumen vergleichbar.

C.2.5 Anlieferung/Depot/Lagerung/Technik

C.2.5.1 Anlieferung
Zur Anlieferung von Kunstobjekten, Drucksachen und Ausstellungsmaterialien ist die Anfahrtmöglichkeit eines LKWs möglichst nahe zum Lastenaufzug vorzusehen. Das Be- und Entladen muss ohne Sicherheitsrisiko durchführbar sein und darf den Museumszugang für das Publikum nicht behindern.

C.2.5.2 Depots
Das Depot gliedert sich aufgrund unterschiedlicher konservatorischer Vorgaben in mehrere Räume. Benötigt werden: a) ein vollständig klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 4 m für Gemälde und Textilien, ausgestattet mit Hängerollgittern, großen Schubladenschränken etc.; b) ein vollständig klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 3 m für Objekte aus Holz, ausgestattet mit Regalen und Schränken; c) ein nicht notwendigerweise klimatisierter Depotraum mit einer Deckenhöhe von 3 m für Metall- und Steinarbeiten sowie Kleinobjekte; d) ein vollständig klimatisiertes Depot für Arbeiten auf Papier mit einer Deckenhöhe von 3 m. Es dient der Aufbewahrung von Arbeiten auf Papier, die einen Schwerpunkt in der Sammlung des Museums bilden. Der Raum wird mit Aufbewahrungsschränken und mehreren großen Arbeitstischen ausgestattet sein, die zur Vorbereitung von Ausstellungen dienen. Die Luftfeuchtigkeit sollte – vom übrigen Raumklima abweichend – 50 % betragen. Die Ausstattung dieses Raumes erfolgt aus konservatorischen Gründen weitestgehend ohne Holz. Der gesamte Depotbereich muss unmittelbar an den Lastenaufzug sowie an die Anlieferung angebunden sein. Alle Depoträume sollten einen gleichmäßigen Luftaustausch in allen Raumecken aufweisen und zur Ausschließung von Gefahrenquellen freigehalten sein von jeglichen Wasser- und anderen Rohrleitungen.

C.2.5.3 Hausmeisterraum
Der Raum benötigt Tageslicht. Die Regelung von Heizungs- und Klimatechnik sollte von hier erfolgen.

C.2.5.4 Toiletten (Depot)
Toiletten für Mitarbeiter/innen sowie eine Dusche mit Umkleidemöglichkeit.

C.2.5.5 Lager- und Packräume
Benötigt werden ein Lagerraum zur Aufbewahrung der stapelbaren Bestuhlung (für Vorträge/Filme/Konzerte), eines mobilen Podiums, der zu lagernden Ausstellungs-Sockel und –Vitrinen und weiterer Materialien, die bei Veränderungen in der Schausammlung benötigt werden. Ein weiterer Lagerraum dient der Aufbewahrung von museumseigenen Drucksachen. Eine Anbindung an den Lastenaufzug ist für beide Räume erforderlich. Ein separater Raum dient als Packraum für Kunst und andere Dinge.

C.2.5.6 Heizungs- und Klimatechnik
Räumlichkeiten nach Bedarf entsprechend den Anforderungen.

C.2.6 Verkehrswege

C.2.6.1 Treppenhaus, -häuser/Personenaufzug
Die vier wesentlichen Bauteile – Ausstellungsbereich mit Ausgrabung, Verwaltung mit Bibliothek, Restaurierung mit Depot sowie Eingang/Foyer und Bistro – sollen durch ein Haupttreppenhaus miteinander in der Weise verbunden sein, dass die funktionale Trennung öffentlicher und halböffentlicher Wege auch ohne Beschilderung deutlich ist. Dem räumlich eigenständigen Treppenhaus muss ein Personenaufzug angegliedert sein. Es muss die sicherheitstechnisch notwendige Abgrenzung der einzelnen Bauteile gewährleisten, weshalb alternativ erwogen werden kann, den Verwaltungsbereich über ein eigenes Treppenhaus zu erschließen.

C.2.6.2 Lastenaufzug
Der Lastenaufzug dient dem Transport der Kunstwerke. Er muss für deren maximale Größe ausgelegt werden, also ca. 2 m breit, 4 m hoch und 4 m tief sein. Der Aufzug schafft eine vertikale Achse, die notwendigerweise Anlieferung, Depot und Restaurierung mit den Ausstellungsräumen verbindet. Alle Ausstellungsebenen, auch weniger hohe, sollen mit ihm angefahren werden können. Über ausreichend dimensionierte Zugänge sollen alle Ausstellungsräume von ihm aus erreichbar sein.

C.3 Hinweise zur Ausführung

C.3.1 Umgang mit den vorhandenen Fragmenten
Die Bedeutung der Ausgrabung und der Ruine als Dokument von Zeitabläufen, von Aufbau und Zerstörung im Wechsel der Geschichte, ist gebunden an die Glaubwürdigkeit des überkommenen Zustandes. Für Kolumba gilt die Gefahr einer Ästhetisierung dieser Fragmente in besonderem Maße, da ihre Einbeziehung in den Kontext der Wahrnehmung und die Errichtung eines Neubaus, der die Komplexität des bereits Vorhandenen zusammenbindet, zur Aufgabe steht. Grundlage einer sinnvollen Einbeziehung der vorhandenen Substanz ist die Respektierung auch ihrer Details, was die Rekonstruktion einzelner Bereiche weitestgehend ausschließt. Dies gilt etwa für die ausgegrabenen Umfassungsmauern des ersten nach römischen Sakralraumes ebenso, wie für die durch den Einsturz der Kirche verbogenen Zuganker, die aus den Wänden ragen, oder die in den 70er Jahren improvisierte Vermauerung einer Türe an der nördlichen Sakristeiwand. Die Gesamtheit der Fragmente ist wesentlich für die Wahrnehmung des Kontinuums von Geschichte an diesem Ort. Kunstwerke, die auf die vorhandene Situation reagieren und auf ihre Weise eine Spurensuche und –erhaltung betreiben, werden dieses Kontinuum ebenfalls verdeutlichen (so z. B. die Arbeiten von Dorothee von Windheim und Bill Fontana). Die Erhaltung der Architekturfragmente und ihre Anbindung an den Neubau wird im Detail von zahlreichen individuell zu entscheidenden Lösungen begleitet werden, bei denen grundsätzlich ein Verzahnen, ein Miteinander alter und neuer Architektur anzustreben ist, um die Würde der Ruine zu wahren.

C.3.2 Gestaltung und Material
Ein zeitgenössischer – also auch auf seine Zeit reagierender – Neubau kann die Spuren von Geschichte nicht mitliefern, anderenfalls würde er zu einer historisierenden Kulisse geraten. Er kann aber durch seine Gestaltung, durch die Wahl der Materialien und deren gedanklich antizipierter Alterung offenlegen, wie weit er die zukünftigen Spuren seiner Benutzung zulassen und eine zeitlose Schönheit aus deren Wirkung ableiten möchte. Die Zielvorstellung, auf Kolumba Kunstwerke bestmöglich erleben zu können, überträgt sich auf alle gestalterischen Fragen des Neubaus. Eine Zurücknahme in der Eigenwertigkeit aller Details erscheint gegenüber der Verschiedenartigkeit der Objekte als notwendige Voraussetzung, um den Dialog mit der Kunst nicht zu behindern. In den meisten Museen wird die Wahrnehmung durch Elemente der Haus- und Ausstellungstechnik (ungünstig platzierte Steckdosen, Lüftungsschlitze, aufwendige Vitrinen etc.) zu sehr in Anspruch genommen. Um dem entgegenzuwirken, legen wir Wert auf den eindeutigen Gebrauchswert des architektonischen Details, der dieses von der Kunst unterscheidet. Gestaltung wird in der Reduktion auf Wesentliches sichtbar, weshalb bei allen Fragen die Einfachheit der Lösung maßgeblich ist. Funktionalität besteht unter Berücksichtigung aller restauratorischen und sicherheitstechnischen Anforderungen gerade auch darin, die materielle Präsenz des Kunstwerkes nicht zu beeinträchtigen, da sich in ihm Material und Bedeutung untrennbar verbinden. Um eine Konkurrenz der unterschiedlichen Bedeutungsebenen zu vermeiden, sollte von den Materialien der Architektur eine selbstverständliche Wirkung in Bezug auf Ort und Funktion ausgehen. Im Hinblick auf konservatorische Anforderungen wird die Speicherfähigkeit der vorgeschlagenen Materialien mit beurteilt.

C.3.3 Ökologie
Ein verantwortlicher Umgang mit dem zur Verfügung stehenden Grundstück und der bestehenden Bauaufgabe schließt die Berücksichtigung ökologischer Aspekte unmittelbar ein. Gerade ein Museum der Nachdenklichkeit sollte vorhandene Erkenntnisse und Möglichkeiten ökologischen Bauens nutzen und besonders im Hinblick auf die Wahl und Verarbeitung der Baustoffe sowie auf die Minimierung von Unterhaltungsaufwand und Energieverbrauch wegweisend sein.

D Ergebnis des Rückfragenkolloquiums
Das Ergebnis des Rückfragenkolloquiums, welches in Anwesenheit von ca. dreihundert Architekten am 3. Februar 1997 im Kölner Maternushaus stattfand, wurde den angemeldeten Architekten als schriftliches Protokoll zugeschickt. Themenschwerpunkte des Kolloquiums waren die Erläuterung der Abstandsflächen des Bebauungsplanes, der geforderte Erhalt und die Einbeziehung der Bodenfunde und ihre mögliche Belastung, wie auch die Belastbarkeit der Ruinenmauern und die Berücksichtigung der Kapelle. Im Anschluss an das Kolloquium ergab eine Überprüfung des Bebauungsplanes, dass ein Anbau an der nördlichen Grundstücksgrenze möglich ist. Auf diese Veränderung wurde im Protokoll ausdrücklich hingewiesen. Ferner wurde auf Nachfrage mitgeteilt, dass entwurfsbegründete Abweichungen vom Bebauungsplan bei Beachtung der notwendigen Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden zulässig seien. Die entwurfsbedingte Plausibilität, ihre städtebauliche Qualität und ihre denkmalpflegerische Verträglichkeit würden vom Preisgericht im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit im Rahmen eines späteren Baugenehmigungsverfahrens beurteilt. Dem Protokoll beigefügt wurden: ein Raum- und Funktionsprogramm in schematischer Darstellung; ein Plan des städtebaulichen Ideenwettbewerbes zur Tieferlegung der Nord-Süd-Fahrt; eine Modelleinsatzplatte; ein Auszug aus dem Grundstückskaufvertrag; ein Lageplanausschnitt mit Abstandsflächen und Wegerechten. Es wurden weitere Besichtigungstermine des Grundstückes bekanntgegeben.

© Diözesanmuseum Köln/ Kolumba 1996