Kolumba
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»Die Autoren [Kerstin Kohlenberg und Daniel Müller] offenbaren aber ein seltsames Verhältnis zur Kunst, wenn sie das Soziale gegen die Kunst ausspielen und dafür ausgerechnet das Kölner Diözesan-Museum heranziehen. Als ob nicht auch in der Beschäftigung mit Kunst moralischer Beistand, Sinnstiftung und Nothilfe liegen würden, als ob nicht auch Kunst für viele Menschen "Lebensmittel" wäre.
Unlauter wird der Artikel, wenn das Kolumba in die Nähe von Tebartz-van Elst oder Luxusimmobilien rückt. Kühl und abweisend kann den Zumthor-Bau eigentlich nur jemand nennen, der ihn nie erlebt hat.« (Leserbrief Bernd Heise, Berlin, Die Zeit, 27.2.2014, S. 91)

»Der Bewilligung von 43 Millionen Euro für den Neubau des Kolumba-Kunstmuseums des Erzbistums Köln, der in seinem kühlen, abweisenden Stil sehr an den Skandalbau von Franz-Peter Tebartz van Elst erinnert, stand das Sparprogramm nicht im Wege. Um das Erbe zu bewahren, war ausreichend Geld da.« (Kerstin Kohlenberg und Daniel Müller, Der Geldsegen, Dossier, Die Zeit, 13.2.2014)

»Im Kolumba geht man großzügig mit Platz um, jedoch anders als in manchen Museumsneubauten, deren Vestibüle wie Weihehallen selbstreferenzieller Architektur bildleer bleiben. Hier lässt man den Exponaten mehr Platz, und diese finden einen optischen Resonanzraum bis an die Grenze der Verwunderung.[…] Man könnte das eine antizyklische Erwerbspolitik nennen, hätte man nicht den Eindruck, dieses Museum denke ohnehin azyklisch. Nebenflüsse zählen hier jedenfalls mehr als der Mainstream und solitäre Wirbel mehr als aktuelle Strömungen. So bleibt man auch von dem bequemen Kanon verschont, der inzwischen fast überall von Beuys bis Warhol, von Baselitz bis Twombly durchbuchstabiert wird. Wer dagegen eine Allergie entwickelt hat, findet hier Remedur, denn im Kolumba regiert das Bild und nicht der Name. Der Versuch, das Wertvolle kostbar zu machen, – statt, wie die Pop-Art und ihre Kunstmarktschüler, das Billige teuer –, lässt religiöse Kunst und Kunstreligion aufeinandertreffen. Sie heben sich gegenseitig, ohne dass Konfessionen abzulegen wären, denn es wird schon lange nicht mehr nur religiöse Kunst gesammelt. Aber es ist doch schon eine sehr katholische Mischung aus Bilderlust und Deutungsernst, die das Museum trägt; […] Nachdem zunächst Peter Zumthors bestechender Museumsbau markante Preise auf sich gezogen hatte, ist gerade das Kuratorenteam des Hauses für seine 'Gewitztheit und Solididät' mit dem Museumspreis der Kulturstiftung hbs ausgezeichnet worden; das kann man nur unterschreiben.« (Walter Grasskamp, Hier ist Kunst unbequem, in: DIE ZEIT, 4.6.2009)

»Doch wer die Grenzen zwischen Kunstglauben und Gottglauben aufhebt, landet meist nur im Beliebigkeitsmystizismus. Da wird der Gegenwartskunst eine Spiritualität angedichtet, die sie nicht hat und umgekehrt werden alle Kultgegenstände in eine Kunstsphäre gerückt, in der primär die ästhetischen Werte zählen« (Hanno Rauterberg, Aura der Ruinen, DIE ZEIT, Nr.29, 20.9.2007, S.53)

»Nichts erscheint hier ohne Sinn. Vieles spricht wirklich miteinander…« (Ursula Bode, Die Zeit, 8.4.1999)
 

 
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KOLUMBA :: Kritiken :: DIE ZEIT

»Die Autoren [Kerstin Kohlenberg und Daniel Müller] offenbaren aber ein seltsames Verhältnis zur Kunst, wenn sie das Soziale gegen die Kunst ausspielen und dafür ausgerechnet das Kölner Diözesan-Museum heranziehen. Als ob nicht auch in der Beschäftigung mit Kunst moralischer Beistand, Sinnstiftung und Nothilfe liegen würden, als ob nicht auch Kunst für viele Menschen "Lebensmittel" wäre.
Unlauter wird der Artikel, wenn das Kolumba in die Nähe von Tebartz-van Elst oder Luxusimmobilien rückt. Kühl und abweisend kann den Zumthor-Bau eigentlich nur jemand nennen, der ihn nie erlebt hat.« (Leserbrief Bernd Heise, Berlin, Die Zeit, 27.2.2014, S. 91)

»Der Bewilligung von 43 Millionen Euro für den Neubau des Kolumba-Kunstmuseums des Erzbistums Köln, der in seinem kühlen, abweisenden Stil sehr an den Skandalbau von Franz-Peter Tebartz van Elst erinnert, stand das Sparprogramm nicht im Wege. Um das Erbe zu bewahren, war ausreichend Geld da.« (Kerstin Kohlenberg und Daniel Müller, Der Geldsegen, Dossier, Die Zeit, 13.2.2014)

»Im Kolumba geht man großzügig mit Platz um, jedoch anders als in manchen Museumsneubauten, deren Vestibüle wie Weihehallen selbstreferenzieller Architektur bildleer bleiben. Hier lässt man den Exponaten mehr Platz, und diese finden einen optischen Resonanzraum bis an die Grenze der Verwunderung.[…] Man könnte das eine antizyklische Erwerbspolitik nennen, hätte man nicht den Eindruck, dieses Museum denke ohnehin azyklisch. Nebenflüsse zählen hier jedenfalls mehr als der Mainstream und solitäre Wirbel mehr als aktuelle Strömungen. So bleibt man auch von dem bequemen Kanon verschont, der inzwischen fast überall von Beuys bis Warhol, von Baselitz bis Twombly durchbuchstabiert wird. Wer dagegen eine Allergie entwickelt hat, findet hier Remedur, denn im Kolumba regiert das Bild und nicht der Name. Der Versuch, das Wertvolle kostbar zu machen, – statt, wie die Pop-Art und ihre Kunstmarktschüler, das Billige teuer –, lässt religiöse Kunst und Kunstreligion aufeinandertreffen. Sie heben sich gegenseitig, ohne dass Konfessionen abzulegen wären, denn es wird schon lange nicht mehr nur religiöse Kunst gesammelt. Aber es ist doch schon eine sehr katholische Mischung aus Bilderlust und Deutungsernst, die das Museum trägt; […] Nachdem zunächst Peter Zumthors bestechender Museumsbau markante Preise auf sich gezogen hatte, ist gerade das Kuratorenteam des Hauses für seine 'Gewitztheit und Solididät' mit dem Museumspreis der Kulturstiftung hbs ausgezeichnet worden; das kann man nur unterschreiben.« (Walter Grasskamp, Hier ist Kunst unbequem, in: DIE ZEIT, 4.6.2009)

»Doch wer die Grenzen zwischen Kunstglauben und Gottglauben aufhebt, landet meist nur im Beliebigkeitsmystizismus. Da wird der Gegenwartskunst eine Spiritualität angedichtet, die sie nicht hat und umgekehrt werden alle Kultgegenstände in eine Kunstsphäre gerückt, in der primär die ästhetischen Werte zählen« (Hanno Rauterberg, Aura der Ruinen, DIE ZEIT, Nr.29, 20.9.2007, S.53)

»Nichts erscheint hier ohne Sinn. Vieles spricht wirklich miteinander…« (Ursula Bode, Die Zeit, 8.4.1999)