Kolumba
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»Die Wahrheiten des Glaubens sind Glaubenswahrheiten. Die lassen sich nicht beweisen. Das Numinose kann umschrieben, angedeutet, in Gleichnissen verbildlicht werden. Doch immer bleibt ein Rest, der auf das Ganze zurückverweist: auf das Verborgene, Unsichtbare, Glaubwürdige. Die Religion ist deshalb dem Museum fremd, obwohl es eine Vielzahl von Museen gibt, die religiöse Kunst ausstellen. Diesem Paradoxon hat das Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, seine neue Jahresausstellung gewidmet. Der enigmatische Titel „zeigen verhüllen verbergen. Schrein“ will dabei als Wegleitung dienen. Denn wie immer ist es ein Gespräch mit und über Kunst, ungeachtet ihrer Entstehungszeiten und Genregrenzen. Diesmal zur Ästhetik des Unsichtbaren. Mittelalterliches – mit dem Siegburger Kirchenschatz aus St. Servatius als besonderem Gast – dient dem ebenso wie Zeitgenössisches. Die freien Künste als „Erfindung“ der jüngsten Jahrhunderte korrespondieren dabei mit den nützlichen Künsten. Zu denen zählt nicht nur die museumseigene Designsammlung Schriefers mit ihren prosaischen Beispielen von Behältnissen, die Praktisches schützen und transportabel machen. Das gilt durchaus auch für den berühmten Anno-Schrein und die drei anderen des Siegburger Schatzes, die – unsichtbare – die Reliquien bergen und zugleich ihre Präsenz und die Verehrung, die ihnen gebührt, mit höchster Handwerkskunst und wertvollen Materialien vergegenwärtigen. Dementsprechend ist es dem Besucher anheimgegeben, sich auszumalen, welcher tiefere Sinn hinter den Oberflächen der sakralen wie der abstrakten Gemälde zu sehen und zu suchen sei. Mit den weltlichen Dingen, die in der mit Eisennägeln beschlagene Archivtruhe aus dem 14. Oder 15. Jahrhundert, dem Minnekästchen der Renaissance oder dem von Felix Droese zum Kunstwerk erhobenen demolierten Stahlschrank einst den Blicken (und dem Zugriff) entzogen wurden, hat es die Vorstellungskraft gewiss leichter. Stets geht es um das Gestern und Heute, um das Gemeinsame und das Gegensätzliche. Kunst sei dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen, soll Picasso gesagt haben. Das Kolumba setzt dem entgegen, Kunst könne auch dazu da sein, Zweifel von der Seele zu waschen, weil sie zeigt, was nicht zu zeigen ist.« (Peter Dittmar, Zeigen, Verhüllen, Weltkunst, 81, 12/2013, S.83)

»Mit Kunstlicht erhellte Zellen wechseln sich mit Räumen ab, die durch Fenster Ausblicke auf die Stadt gestatten und zugleich mit dem wechselnden Licht der Tages- und Jahreszeiten die Intensität des Kunstwerkes wirken lassen. Kolumba dürfte es mit der – nicht nur christlichen – Kunst leicht fallen, seine 'missionarische Aufgabe' zu erfüllen, Kunst und Kirche einander wieder näher zu bringen.« (Peter Dietmar, Harte Schale, gehaltvolle Kunst, Weltkunst, 12/2007, S.112)
 

 
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»Die Wahrheiten des Glaubens sind Glaubenswahrheiten. Die lassen sich nicht beweisen. Das Numinose kann umschrieben, angedeutet, in Gleichnissen verbildlicht werden. Doch immer bleibt ein Rest, der auf das Ganze zurückverweist: auf das Verborgene, Unsichtbare, Glaubwürdige. Die Religion ist deshalb dem Museum fremd, obwohl es eine Vielzahl von Museen gibt, die religiöse Kunst ausstellen. Diesem Paradoxon hat das Kolumba, das Kunstmuseum des Erzbistums Köln, seine neue Jahresausstellung gewidmet. Der enigmatische Titel „zeigen verhüllen verbergen. Schrein“ will dabei als Wegleitung dienen. Denn wie immer ist es ein Gespräch mit und über Kunst, ungeachtet ihrer Entstehungszeiten und Genregrenzen. Diesmal zur Ästhetik des Unsichtbaren. Mittelalterliches – mit dem Siegburger Kirchenschatz aus St. Servatius als besonderem Gast – dient dem ebenso wie Zeitgenössisches. Die freien Künste als „Erfindung“ der jüngsten Jahrhunderte korrespondieren dabei mit den nützlichen Künsten. Zu denen zählt nicht nur die museumseigene Designsammlung Schriefers mit ihren prosaischen Beispielen von Behältnissen, die Praktisches schützen und transportabel machen. Das gilt durchaus auch für den berühmten Anno-Schrein und die drei anderen des Siegburger Schatzes, die – unsichtbare – die Reliquien bergen und zugleich ihre Präsenz und die Verehrung, die ihnen gebührt, mit höchster Handwerkskunst und wertvollen Materialien vergegenwärtigen. Dementsprechend ist es dem Besucher anheimgegeben, sich auszumalen, welcher tiefere Sinn hinter den Oberflächen der sakralen wie der abstrakten Gemälde zu sehen und zu suchen sei. Mit den weltlichen Dingen, die in der mit Eisennägeln beschlagene Archivtruhe aus dem 14. Oder 15. Jahrhundert, dem Minnekästchen der Renaissance oder dem von Felix Droese zum Kunstwerk erhobenen demolierten Stahlschrank einst den Blicken (und dem Zugriff) entzogen wurden, hat es die Vorstellungskraft gewiss leichter. Stets geht es um das Gestern und Heute, um das Gemeinsame und das Gegensätzliche. Kunst sei dazu da, den Staub des Alltags von der Seele zu waschen, soll Picasso gesagt haben. Das Kolumba setzt dem entgegen, Kunst könne auch dazu da sein, Zweifel von der Seele zu waschen, weil sie zeigt, was nicht zu zeigen ist.« (Peter Dittmar, Zeigen, Verhüllen, Weltkunst, 81, 12/2013, S.83)

»Mit Kunstlicht erhellte Zellen wechseln sich mit Räumen ab, die durch Fenster Ausblicke auf die Stadt gestatten und zugleich mit dem wechselnden Licht der Tages- und Jahreszeiten die Intensität des Kunstwerkes wirken lassen. Kolumba dürfte es mit der – nicht nur christlichen – Kunst leicht fallen, seine 'missionarische Aufgabe' zu erfüllen, Kunst und Kirche einander wieder näher zu bringen.« (Peter Dietmar, Harte Schale, gehaltvolle Kunst, Weltkunst, 12/2007, S.112)