Kolumba
Kolumbastraße 4
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»Die Begeisterung für das Kolumba-Museum hat viele gute Gründe. Die Sammlung der Erzdiözese Köln, die einen Bogen spannt zwischen alter und neuer Kunst, ist einmalig. Die jährlich wechselnden Ausstellungen folgen aufs glücklichste und ungescheut dem Prinzip der Gegenüberstellung von Kunst aus vielen Jahrhunderten. Das Gebäude des Schweizer Architekten Peter Zumthor, das allein schon eine Reise an den Rhein lohnt, wurde seit seiner Einweihung im Jahr 2007 mit zahlreichen Preisen bedacht. Und nicht zuletzt: Der nahe dem Kölner Dom in der Altstadt gelegene Ort bietet auf seinem Grabungsgelände einen Exkurs durch die Historie der Rheinmetropole. Architekturfunde reichen bis in die Römerzeit zurück. Auch mittelalterliche Vorgängerbauten der spätgotischen, 1942 durch Bomben zerstörten Kolumba-Kirche konnten hier gesichert werden. | Die hochkarätige erzbischöfliche Sammlung wurde Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Ziel gegründet, die Kunst vor einer Säkularisierung durch den Staat zu bewahren. In ihrer ersten öffentlichen Präsentation zeigte man damals auch die „Madonna mit dem Veilchen“. Das Werk des 1451 in Köln verstorbenen Malers Stefan Lochner war kurz zuvor im Priesterseminar wiederentdeckt und restauriert worden. 1944 konnte soeben noch verhindert werden, dass Hermann Göring das Bild seiner Sammlung einverleibte. Die „Madonna mit dem Veilchen“ ist heute im Museum eins der beliebtesten Besucherziele. | Dass Kolumba zu den schönsten Orten auf der Landkarte der Kunst zählt, ist der 1997 getroffenen Entscheidung zu verdanken, der Sammlung über den Trümmern der alten Kirche ein von Peter Zumthor konzipiertes neues Zuhause zu geben. Bauherr: das Erzbistum Köln. Zusammen mit dem Schweizer Baumeister wurde dem Erzbistum 2013 vom BDA (Bund Deutscher Architekten) die „Große Nike“ verliehen. Denn eine alte Weiheit sagt: Ein Haus kann nur so gut werden, wie der Bauherr es zulässt. Peter Zumthor ist es gelungen, bei der Raumkonzeption für das neue Museum die Geschichte des Ortes miteinzubinden. Er integrierte die in den 1950er-Jahren von Gottfried Böhm in der Ruinenlandschaft errichtete Kapelle „Madonna in den Trümmern“. Das Ausgrabungsfeld wurde begehbar gemacht und beeindruckt heute durch seine sakrale Atmosphäre. Über diesem Zentralraum erhebt sich der Museumsneubau auf den Fundamenten der alten Kirche, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen. Wer das Haus betritt, wird sofort eingenommen von der Ruhe, die hier herrscht. Kein Shop, kein Café. Manche kommen, um als Erstes im hinter dem Eingang gelegenen „Klosterhof“, einem ehemaligen Friedhof, den Frieden und die kontemplative Stille zu genießen. Oder um im exquisit ausgestatteten Leseraum die Bücher zur Kunst aufzuschlagen. | Niemand muss sich in den Ausstellungsräumen über Beschriftungen beugen. Denn es gibt keine. Erklärungen zu den einzelnen Werken finden sich in einem Begleitheft. Priorität hat das Schauen. Dass die Konzentration auf die ausgestellten Werke hier so ungewöhnlich gut gelingt, liegt an der Symbiose von Architektur und Kunst. Keine Lichtinszenierungen machen sich wichtig. Überall kann Tageslicht seine Kraft entfalten. Zumthor ist berühmt für die Sorgfalt seiner Materialauswahl. Backstein, Mörtel und Lehmputz für die Innenwände. Wie Samt und Seide wirkt das im Treppenhaus, in den Ausstellungsräumen. Terrazzo und geglätteter Estrich für die Böden. Der Raumeindruck sei zugleich asketisch und elegant, hieß es in der Laudatio des BDA zur Nike-Verleihung. | Neben der ständigen Sammlung folgen auch die einmal im Jahr wechselnden Sonderausstellungen dem Grundsatz, alte und neue Kunst miteinander in Beziehung zu setzen.“Der rote Faden – Ordnungen des Erzählens“ macht noch bis zum 22. August 2016 auf die narrativen Momente in der Kunst aufmerksam. Höhepunkt ist die Präsentation von 20 großformatigen Leinwänden, auf denen die Geschichte des Heiligen Severin dargestellt ist. Er war einer der ersten Bischöfe von Köln. Wegen Restaurierung der St. Severin-Kirche ist die Bilderfolge zum ersten Mal in einem Museum zu Gast.« (Anna Brenken, Das schönste Museum. Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln, parnass, 1/2016)
 

 
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KOLUMBA :: Kritiken :: parnass

»Die Begeisterung für das Kolumba-Museum hat viele gute Gründe. Die Sammlung der Erzdiözese Köln, die einen Bogen spannt zwischen alter und neuer Kunst, ist einmalig. Die jährlich wechselnden Ausstellungen folgen aufs glücklichste und ungescheut dem Prinzip der Gegenüberstellung von Kunst aus vielen Jahrhunderten. Das Gebäude des Schweizer Architekten Peter Zumthor, das allein schon eine Reise an den Rhein lohnt, wurde seit seiner Einweihung im Jahr 2007 mit zahlreichen Preisen bedacht. Und nicht zuletzt: Der nahe dem Kölner Dom in der Altstadt gelegene Ort bietet auf seinem Grabungsgelände einen Exkurs durch die Historie der Rheinmetropole. Architekturfunde reichen bis in die Römerzeit zurück. Auch mittelalterliche Vorgängerbauten der spätgotischen, 1942 durch Bomben zerstörten Kolumba-Kirche konnten hier gesichert werden. | Die hochkarätige erzbischöfliche Sammlung wurde Mitte des 19. Jahrhunderts mit dem Ziel gegründet, die Kunst vor einer Säkularisierung durch den Staat zu bewahren. In ihrer ersten öffentlichen Präsentation zeigte man damals auch die „Madonna mit dem Veilchen“. Das Werk des 1451 in Köln verstorbenen Malers Stefan Lochner war kurz zuvor im Priesterseminar wiederentdeckt und restauriert worden. 1944 konnte soeben noch verhindert werden, dass Hermann Göring das Bild seiner Sammlung einverleibte. Die „Madonna mit dem Veilchen“ ist heute im Museum eins der beliebtesten Besucherziele. | Dass Kolumba zu den schönsten Orten auf der Landkarte der Kunst zählt, ist der 1997 getroffenen Entscheidung zu verdanken, der Sammlung über den Trümmern der alten Kirche ein von Peter Zumthor konzipiertes neues Zuhause zu geben. Bauherr: das Erzbistum Köln. Zusammen mit dem Schweizer Baumeister wurde dem Erzbistum 2013 vom BDA (Bund Deutscher Architekten) die „Große Nike“ verliehen. Denn eine alte Weiheit sagt: Ein Haus kann nur so gut werden, wie der Bauherr es zulässt. Peter Zumthor ist es gelungen, bei der Raumkonzeption für das neue Museum die Geschichte des Ortes miteinzubinden. Er integrierte die in den 1950er-Jahren von Gottfried Böhm in der Ruinenlandschaft errichtete Kapelle „Madonna in den Trümmern“. Das Ausgrabungsfeld wurde begehbar gemacht und beeindruckt heute durch seine sakrale Atmosphäre. Über diesem Zentralraum erhebt sich der Museumsneubau auf den Fundamenten der alten Kirche, getragen von zwölf Meter hohen Stahlstützen. Wer das Haus betritt, wird sofort eingenommen von der Ruhe, die hier herrscht. Kein Shop, kein Café. Manche kommen, um als Erstes im hinter dem Eingang gelegenen „Klosterhof“, einem ehemaligen Friedhof, den Frieden und die kontemplative Stille zu genießen. Oder um im exquisit ausgestatteten Leseraum die Bücher zur Kunst aufzuschlagen. | Niemand muss sich in den Ausstellungsräumen über Beschriftungen beugen. Denn es gibt keine. Erklärungen zu den einzelnen Werken finden sich in einem Begleitheft. Priorität hat das Schauen. Dass die Konzentration auf die ausgestellten Werke hier so ungewöhnlich gut gelingt, liegt an der Symbiose von Architektur und Kunst. Keine Lichtinszenierungen machen sich wichtig. Überall kann Tageslicht seine Kraft entfalten. Zumthor ist berühmt für die Sorgfalt seiner Materialauswahl. Backstein, Mörtel und Lehmputz für die Innenwände. Wie Samt und Seide wirkt das im Treppenhaus, in den Ausstellungsräumen. Terrazzo und geglätteter Estrich für die Böden. Der Raumeindruck sei zugleich asketisch und elegant, hieß es in der Laudatio des BDA zur Nike-Verleihung. | Neben der ständigen Sammlung folgen auch die einmal im Jahr wechselnden Sonderausstellungen dem Grundsatz, alte und neue Kunst miteinander in Beziehung zu setzen.“Der rote Faden – Ordnungen des Erzählens“ macht noch bis zum 22. August 2016 auf die narrativen Momente in der Kunst aufmerksam. Höhepunkt ist die Präsentation von 20 großformatigen Leinwänden, auf denen die Geschichte des Heiligen Severin dargestellt ist. Er war einer der ersten Bischöfe von Köln. Wegen Restaurierung der St. Severin-Kirche ist die Bilderfolge zum ersten Mal in einem Museum zu Gast.« (Anna Brenken, Das schönste Museum. Kolumba – Kunstmuseum des Erzbistums Köln, parnass, 1/2016)