Kolumba
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Hü-Hott
Warum Kolumba über Ostern geschlossen bleibt
Unser Corona-Statement V – Eine Chronik

Um die Situation zu verstehen und eine Entscheidung über Schließung oder Öffnung des Museums herbeizuführen, ist es hilfreich, sich die vergangenen Wochen in Erinnerung zu rufen:

Als am 4. März entschieden wurde, dass wir nach viermonatiger Schließzeit wieder öffnen dürfen, haben wir aus dem Stand die für Museen ungewöhnliche Vorgabe umgesetzt, dass Besuche nur nach vorheriger Terminvergabe möglich sind. Mit erweiterten Öffnungszeiten haben wir zwei vierstündige Zeitfenster realisiert, innerhalb derer man ab 10. März kommen und gehen konnte, wann man wollte. Die Buchungen, die wir persönlich entgegengenommen und per mail bestätigt haben, nahmen rasch im Umfang zu. Mit maximal 40 Gästen in vier Stunden war die Atmosphäre extrem entspannt, die liebenswerten Reaktionen haben uns sehr gefreut.

Am 19. März (es war Freitagnachmittag!) folgte die Entscheidung des städtischen Krisenstabes, dass Besuche ab folgendem Montag nur noch nach Vorlage eines aktuellen Schnelltest möglich seien. Die Folge war nicht nur die Verärgerung derer, die wir trotz Terminbuchung nicht einlassen durften, vielmehr brachen die Besuchszahlen so drastisch ein, das wir meist mehr Aufsichtskräfte als Gäste zählen konnten.

Am 22. März, nur drei Tage später, stand nach der Sitzung der Bund-Länder-Kommission fest, dass die Museen bei einer Inzidenzzahl von über 100 ab Montag, dem 29. März, wieder geschlossen bleiben müssten. Dieser Beschluss wurde noch am folgenden Tag für das Land NRW bestätigt. Folglich durften wir alle bereits gebuchten Termine für die Woche vor Ostern und die Ostertage absagen.

Am gestrigen 29. März kommt nun die Mitteilung des Kölner Krisenstabes über das Presseamt der Stadt, dass angesichts des »anhaltend hohen Inzidenzwertes … verschärfte Regeln« im öffentlichen Raum wie bei privaten Treffen gelten und eine »Ausnahme von der Notbremse lediglich für die Museen für vertretbar« gehalten werde, die daher ab Mittwoch wieder öffnen würden…

Das ist dumm gelaufen, denn wer soll ab Mittwoch eingelassen werden, wo wir den erforderlichen Buchungsvorlauf vergangene Woche haben einstellen müssen? Wie soll man Museums- und Testtermine in Deckung bringen, wenn in Köln die Testkapazitäten nach wie vor unzureichend sind? Wie soll man verstehen, dass die Museen trotz großer Räume, optimierter Belüftungsanlagen und einer genauen Kontrolle der Anzahl ihrer Gäste Termine vergeben und einen Testnachweis verlangen, wo man sich in den Gängen der Drogeriemärkte und Discounter auf den Füßen steht? Müssen Kinder und Jugendliche, in deren Altersgruppe sich die britische Mutante des Virus zuletzt stark verbreitet, auch einen Testnachweis mitbringen? Und was macht es überhaupt für einen Sinn, den Test der Gäste vorauszusetzen, wenn für das Aufsichtspersonal, das wir gerade erst wieder in die Kurzarbeit verabschiedet haben, nicht gleiches gilt?

Im Abwägen der Umstände sind wir zu der Entscheidung gekommen, Kolumba weiterhin geschlossen zu halten. Das fällt uns außerordentlich schwer, denn »Das kleine Spiel zwischen dem Ich und dem Mir« ist in Zeiten zahlreicher Kontaktbeschränkungen durchaus anregend. Es erscheint uns jedoch angesichts der »besorgniserregenden Situation« von der im Schreiben der Stadt die Rede ist, die angemessene Haltung zu sein. Auf die uns zugewiesene Sonderrolle der Museen wollen wir verzichten, denn unabhängig davon, dass sie organisatorisch nicht zu Ende gedacht ist, sehen wir uns nicht als Spielball unkoordinierter Entscheidungen kommunaler, landes- und bundesweiter Krisenstäbe.

Stets bereit, alle Maßnahmen zur Risikominimierung des Infektionsgeschehens umzusetzen, erwarten wir von Seiten der Politik ein Minimum an Planungssicherheit, damit wir den Betrieb des Museums gegenüber allen Beteiligten verantworten können. Mit der selbstverordneten Ruhe an den Ostertagen wollen wir die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten und hoffen, unsere Gäste möglichst bald wieder in Kolumba begrüßen zu können. Bis dahin empfehlen wir Ihrer Neugierde die neuen »Hörstücke« auf der Homepage www.kolumba.de und bitten Sie um Verständnis für unsere Entscheidung. Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest!

Für das Kolumbateam
Stefan Kraus, Ulrike Surmann, Marc Steinman, Barbara von Flüe
Köln, in der Karwoche 2021
 
www.kolumba.de

KOLUMBA :: Texte :: Hü-Hott (Corona-Statement V)

Hü-Hott
Warum Kolumba über Ostern geschlossen bleibt
Unser Corona-Statement V – Eine Chronik

Um die Situation zu verstehen und eine Entscheidung über Schließung oder Öffnung des Museums herbeizuführen, ist es hilfreich, sich die vergangenen Wochen in Erinnerung zu rufen:

Als am 4. März entschieden wurde, dass wir nach viermonatiger Schließzeit wieder öffnen dürfen, haben wir aus dem Stand die für Museen ungewöhnliche Vorgabe umgesetzt, dass Besuche nur nach vorheriger Terminvergabe möglich sind. Mit erweiterten Öffnungszeiten haben wir zwei vierstündige Zeitfenster realisiert, innerhalb derer man ab 10. März kommen und gehen konnte, wann man wollte. Die Buchungen, die wir persönlich entgegengenommen und per mail bestätigt haben, nahmen rasch im Umfang zu. Mit maximal 40 Gästen in vier Stunden war die Atmosphäre extrem entspannt, die liebenswerten Reaktionen haben uns sehr gefreut.

Am 19. März (es war Freitagnachmittag!) folgte die Entscheidung des städtischen Krisenstabes, dass Besuche ab folgendem Montag nur noch nach Vorlage eines aktuellen Schnelltest möglich seien. Die Folge war nicht nur die Verärgerung derer, die wir trotz Terminbuchung nicht einlassen durften, vielmehr brachen die Besuchszahlen so drastisch ein, das wir meist mehr Aufsichtskräfte als Gäste zählen konnten.

Am 22. März, nur drei Tage später, stand nach der Sitzung der Bund-Länder-Kommission fest, dass die Museen bei einer Inzidenzzahl von über 100 ab Montag, dem 29. März, wieder geschlossen bleiben müssten. Dieser Beschluss wurde noch am folgenden Tag für das Land NRW bestätigt. Folglich durften wir alle bereits gebuchten Termine für die Woche vor Ostern und die Ostertage absagen.

Am gestrigen 29. März kommt nun die Mitteilung des Kölner Krisenstabes über das Presseamt der Stadt, dass angesichts des »anhaltend hohen Inzidenzwertes … verschärfte Regeln« im öffentlichen Raum wie bei privaten Treffen gelten und eine »Ausnahme von der Notbremse lediglich für die Museen für vertretbar« gehalten werde, die daher ab Mittwoch wieder öffnen würden…

Das ist dumm gelaufen, denn wer soll ab Mittwoch eingelassen werden, wo wir den erforderlichen Buchungsvorlauf vergangene Woche haben einstellen müssen? Wie soll man Museums- und Testtermine in Deckung bringen, wenn in Köln die Testkapazitäten nach wie vor unzureichend sind? Wie soll man verstehen, dass die Museen trotz großer Räume, optimierter Belüftungsanlagen und einer genauen Kontrolle der Anzahl ihrer Gäste Termine vergeben und einen Testnachweis verlangen, wo man sich in den Gängen der Drogeriemärkte und Discounter auf den Füßen steht? Müssen Kinder und Jugendliche, in deren Altersgruppe sich die britische Mutante des Virus zuletzt stark verbreitet, auch einen Testnachweis mitbringen? Und was macht es überhaupt für einen Sinn, den Test der Gäste vorauszusetzen, wenn für das Aufsichtspersonal, das wir gerade erst wieder in die Kurzarbeit verabschiedet haben, nicht gleiches gilt?

Im Abwägen der Umstände sind wir zu der Entscheidung gekommen, Kolumba weiterhin geschlossen zu halten. Das fällt uns außerordentlich schwer, denn »Das kleine Spiel zwischen dem Ich und dem Mir« ist in Zeiten zahlreicher Kontaktbeschränkungen durchaus anregend. Es erscheint uns jedoch angesichts der »besorgniserregenden Situation« von der im Schreiben der Stadt die Rede ist, die angemessene Haltung zu sein. Auf die uns zugewiesene Sonderrolle der Museen wollen wir verzichten, denn unabhängig davon, dass sie organisatorisch nicht zu Ende gedacht ist, sehen wir uns nicht als Spielball unkoordinierter Entscheidungen kommunaler, landes- und bundesweiter Krisenstäbe.

Stets bereit, alle Maßnahmen zur Risikominimierung des Infektionsgeschehens umzusetzen, erwarten wir von Seiten der Politik ein Minimum an Planungssicherheit, damit wir den Betrieb des Museums gegenüber allen Beteiligten verantworten können. Mit der selbstverordneten Ruhe an den Ostertagen wollen wir die weitere Entwicklung der Pandemie abwarten und hoffen, unsere Gäste möglichst bald wieder in Kolumba begrüßen zu können. Bis dahin empfehlen wir Ihrer Neugierde die neuen »Hörstücke« auf der Homepage www.kolumba.de und bitten Sie um Verständnis für unsere Entscheidung. Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest!

Für das Kolumbateam
Stefan Kraus, Ulrike Surmann, Marc Steinman, Barbara von Flüe
Köln, in der Karwoche 2021