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02/10 Aschermittwoch

17. Februar 2010
Zwischenraum »Das Ephemere«
Aschermittwoch der Künstler

Mit der Abendveranstaltung zum Aschermittwoch der Künstler möchten wir in diesem Jahr an seine Anfänge anknüpfen. Als er 1950 zum ersten Mal in Köln veranstaltet wurde, stand er ganz im Zeichen des kulturellen Neuanfangs und stellte die Be­geg­nung der verschiedenen Kunstformen in den Mittelpunkt. Nach dem behutsamen Auf­takt im vergangenen Jahr möchte Kolumba dafür ein Forum bieten, als offener Zwischenraum für den Dialog der Künste, die sich auf unterschiedliche Weise auf die gegebenen Raumsituationen der Architektur einlassen. In diesem Jahr steht mit dem Ephemeren (von griechisch ephemeros »für einen Tag«) das Flüchtige der ästhetischen Empfindung auf dem Programm, denn alle Kunst ist an das Subjekt gebunden und vervollkommnet sich erst im Augenblick des Betrachtens und des Zu­hörens. Wir wünschen Ihnen einen anregenden Abend, in dessen Verlauf im Foyer bei Brot und Wein auch reichlich Gelegenheit zum Gespräch sein wird: »Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!« (Film zeigen)

Programm:

Foyer: Fortwährende Begrüßung
(17.20 bis ca. 18 Uhr)
Manos Tsangaris / Thomas Meixner/ Kolumbakuratoren
In einer »fortwährenden Begrüßung« stimmen Musiker und Kuratoren die Gäste mit Geräusch und Gedanken auf die Erscheinungen des Ephemeren ein. Die Kuratoren lesen ein auf den Tag genau 65 Jahre altes Fragment aus dem Tagebuch des Kölner Stadtdechanten Robert Grosche, der 1950 den ersten Aschermittwoch der Künstler in Köln veranstaltet hat.

Treppenhaus/ Aufzug:
Gedichte zum Aschermittwoch
(ab 17.20)
Lina Beckmann/ Jennifer Frank
Persische Lyrik von Omar Chajjam (†1122/1131) und Dschalal ud-Din Rumi (†1273) sowie Barocklyrik von Andreas Gryphius (†1664), Daniel Casper von Lohenstein (†1683), Daniel Czepko von Reigersfeld (†1660) und Angelus Silesius (†1677)

Armarium:
Sprachinstallation
(fortlaufend)
Steffen Krebber »Weissagungen«, einzeln zu begehende Sprachinstallation für einen Raum, eine Platzanweiserin, einen Lautsprecher und einen Beamer (2008), ca. 3Min.

Raum 12:
Konzert
(18.00/ 19.30/ 21.00 Uhr)
Mark Andre »iv2« (2007), 10 Min.
Michael M.Kasper, Violoncello solo

Lesezimmer:
Autoren-Lesung
(19.00/ 20.30/ 21.30)
Barbara Köhler »The most beautiful« (2010), 10 Min.

Raum 19:
Architektur-akustische Installation
(fortlaufend)
Bernhard Leitner »RaumReflexion« (2010)

Raum 21:
Konzertinstallation
(ca. 18.20 bis 21 Uhr)
Morton Feldman, Werke für Klavier
Pi-hsien Chen, Klavier

Foyer:
(19.00 bis 21.30)
Wein und Brot
Kolumbateam

Mitwirkende/ Aufführende:

Mark Andre wurde 1964 in Paris geboren. Er studierte am Conservatoire National Supérieure de Musique de Paris Komposition, Kontrapunkt, Harmonielehre und musikalische Analyse. Seine Lehrer waren u.a. Claude Ballif, Gérard Grisey und Helmut Lachenmann. Im Januar hatte seine Musik­thea­ter-Passion …22,13… am RadialsystemV in Berlin eine vielbeachtete Premiere; lebt in Berlin (www.edition-petersn.de)

Lina Beckmann, geboren 1981 in Hagen / Jennifer Frank, geboren 1979 in Nürtingen; beide sind im März u.a. in »Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen« zu sehen. Wir danken dem Schauspiel Köln, Götz Leineweber, für die freundliche Kooperation (www.schauspielkoeln.de)

Michael M.Kasper, Mitglied des Ensemble Modern von 1980 bis 1985 und seit 1997. Bis 2001 Dozent an der Musikhochschule Aachen; lebt in Offenbach (ensemble-modern.com)

Barbara Köhler wurde 1959 in Burgstädt geboren; aufgewachsen ist sie im sächsischen Penig, besuchte die Ober­schule in Plauen. Nach dem Abitur arbeitete sie zunächst als Altenpflegerin und in verschiedenen Funktio­nen am Theater in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). 1985 bis 1988 studierte sie am Institut für Literatur Johannes R.Becher in Leipzig. Nach der Wiederver­einigung war sie für verschiedene Zeitungen tätig. Seit 1990 erhielt sie zahlreiche Literaturpreise, z.B. 2009 den Poesiepreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft; 2007 erschien Niemands Frau. Gesänge zur Odyssee; lebt in Duisburg. (www.surkamp.de)

Steffen Krebber wurde 1976 in Stuttgart geboren und studierte Komposition bei Marco Stroppa und Caspar Johannes Walter an der Musikhochschule Stuttgart, sowie bei Rebecca Saunders an der Musikhochschule Köln. 2009 Stipendiat der Kunststiftung BW, Kompositionsauftrag des Thürmchen-Ensembles, des ensemble]h[iatus mit Unter­stützung der Kunststiftung NRW und des Deutschen Musikrates; lebt in Köln. (www.steffenkrebber.de)


Bernhard Leitner, geboren 1938, absolvierte ein Architek­turstudium in Wien, lebte anschließend von 1963 bis 1966 in Paris, von 1968 bis 1982 in New York, 1982 bis 1986 in Berlin. Von 1987 bis 2005 war er Professor für medienüber­­greifende Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ausstellungen seiner Ton-Raum-Skulpturen u.a.: P.S.1 (New York), documenta (Kassel), Biennale (Venedig). Permanente Ton-Raum-Installationen u.a. in Berlin, Paris, Wien und St.Pölten. 2008 erschien eine Werkübersicht der letzten zehn Jahre mit der Publikation .P.U.L.S.E. (www.bernhardleitner.com)

Thomas Meixner, geboren 1964 in Mettmann, studierte ebenfalls bei Christoph Caskel. Er ist Gründer des international hoch angesehenen Schlagquartetts Köln. (www.schlagquartett.de)

Manos Tsangaris, geboren 1956 in Düsseldorf, studierte bei Mauricio Kagel und Christoph Caskel an der Musik­hoch­schule Köln. Seit 2009 ist er Professor für Komposition an der Hochschule für Musik in Dresden. (www.tsangaris.de)

Veranstalter: Künstler-Union-Köln/ Künstlerseelsorger: Prälat Josef Sauerborn, in Zusammenarbeit mit Kolumba; Konzept und Realisation: Kolumbateam (www.kolumba.de); Gastkurator: Manos Tsangaris