Heiner Binding
Im Kontext der Ausstellung Aufbrüche gewährt uns der Maler Heiner Binding (*1958, lebt in Köln) einen Einblick in sein Werk, das inzwischen seit vierzig Jahren in künstlerischen Arbeiten sichtbar wird. Ursprünglich vom konkreten Gegenstand ausgehend, gelangt er zu einer Selbstständigkeit der Farbe, die – scheinbar flüchtig aufgetragen – entfernt an sommerliche Naturstudien erinnert. In seiner jüngsten Werkgruppe greift er auf verworfene ältere Arbeiten zurück und bringt sie in neuen Kontexten zu einer Gültigkeit. Die fragilen Bildarchitekturen von Gemälden und deren Rückseiten, Stofffragmenten und Lattenkonstruktionen wecken Assoziationen zu Momentaufnahmen des Er- und Verlebten. Mit behutsamen Farbsetzungen schafft er in diesen notdürftig zusammengehefteten Konglomeraten eine Atmosphäre der bewussten Zuwendung und Reflexion, die sein gesamtes Schaffen kennzeichnet. Mit Ausnahme der 1997 im Rahmen eines Wettbewerbs entstandenen großen Zeichnung für eine Plakatwand sind alle gezeigten Werke erstmals ausgestellt, darunter auch eine Auswahl kurzer Filmaufnahmen (2010–2019), die Heiner Binding seit Jahren erstellt (zu sehen in Verlängerung von Raum 5).
Werkliste: Ohne Titel (Zeichnungen), 1983, Leimfarbe und Aquarell auf Papier | Gehäuse, 2019, versch. Materialien und Werke 1997ff. | Liegt alles noch vor uns, 2019, versch. Materialien und Werke 1984ff. Das Tagebuch desselben Traums II, 2019, versch. Materialien und Werke 1997ff. | Große Vögel, kleine Vögel, 2017–2019, Fundstück, Ölfarbe auf Holz | …ich habe die Ohne-Titel-Fraktion verlassen, 2010, Ölfarbe auf Lwd. | Ohne Titel (Ein auf das Notwendigste verdichteter Wald), 1997, Kohle und Kreide auf Papier (Plakatwand).